Norbert von Hellingrath, Rainer Maria Rilke

Rainer Maria Rilke / Norbert von Hellingrath: Briefe und Dokumente

Cover: Rainer Maria Rilke / Norbert von Hellingrath: Briefe und Dokumente
Wallstein Verlag, Göttingen 2008
ISBN 9783835303638
Gebunden, 244 Seiten, 29,90 EUR

Klappentext

Bisher ungedruckte Zeugnisse einer kurzen Freundschaft im Zeichen Hölderlins vor dem Hintergrund des Ersten Weltkriegs. Rainer Maria Rilkes Freundschaft zu dem Initiator der kritischen Hölderlin-Ausgabe, Norbert von Hellingrath, begann im Oktober 1910 in München. Bald wurde Hellingrath zum "Hölderlin-Lehrmeister" des Dichters: Ihre Gespräche und die Auseinandersetzung mit Hellingraths wissenschaftlicher Arbeit eröffneten Rilke den Zugang zu Person und Werk des "Herrlichen", seine eigene Dichtung und deren Stil wurde maßgeblich beeinflusst. Der junge Wissenschaftler erfuhr indes das Glück, sich gleichberechtigt und vertrauensvoll dem dreizehn Jahre älteren Dichter anzuschließen. Seine bisher unveröffentlichten, von Zuneigung getragenen Charakteristiken und sein kluges, bisweilen auch kritisches Urteil schlagen innerhalb der Rilke-Rezeption ganz neue Töne an.1916 fand die kurze Freundschaft ein jähes Ende durch den Tod des jungen Hellingrath auf dem Schlachtfeld von Verdun.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.12.2008

Christoph König erschließt dem literaturwissenschaftlich gebildeten Leser den Sinn der von Klaus Bohnenkamp herausgegebenen sechzehn Briefe zwischen Rainer Maria Rilke und dem Hölderlin-Herausgeber Norbert von Hellingrath. König verdeutlicht die dieser Beziehung zugrundeliegende Differenz von menschlicher Zuneigung und schriftlicher Feindschaft anhand von Rilkes radikal intellektueller Hölderlin-Lektüre. Diese deutete Hölderlin als Heroen und Propheten und schließlich als orpheischen Sänger und war dem der Demut verpflichteten ästhetischen Programm eines Hellingrath entgegengesetzt, erläutert der Rezensent.