Klappentext

Wohl keine Zeitspanne brachte so viele Veränderungen in das Leben des Dichters wie die Jahre von 1916 bis 1923. Obwohl Hermann Hesse das Deutschland des letzten Kaisers bereits 1912 für immer verlassen hatte, war er nach wie vor Staatsbürger des inzwischen kriegführenden Landes und musste jederzeit mit der Einberufung an die Font rechnen. Durch die Gründung der Berner Fürsorgezentrale zur Versorgung der deutschen Kriegsfangenen mit guter Lektüre entging er diesem Los, doch um den Preis, bis 1919 fast ganz auf seine dichterische Produktion verzichten zu müssen. Wie er mit Hilfe der Psychoanalyse, einem Pseudonym für seine Mahnrufe zur Völkerversöhnung, der explosiven Niederschrift des 'Demian' und dank seiner ersten Malversuche die daraus resultierenden Krisen zu überwinden vermochte, illustrieren diese Briefe. Zugleich zeigen sie den damit einhergehenden Schiffbruch seiner ersten Ehe, den Neubeginn im Tessin als expressiver Maler und Verfasser der dramatischen "Klingsor"-Novellen sowie seiner den Eurozentrismus überwindenden indischen Legende "Siddhartha".

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.02.2016

Rezensent Thomas Meissner steckt die sparsame Kommentierung weg, übergeht ein durch das Fehlen der Gegenbriefe hervorgerufenes Gefühl des Disparaten und sieht über die Larmoyanz des Verfassers hinweg, um Hermann Hesses Briefe doch noch eindrucksvoll zu finden. Als nüchternes Lebens- und Zeitbild nämlich. Selbst wenn Hesse als politischer Beobachter nicht allzu viel taugt, wie er zugibt, und als Vater noch weniger.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 08.10.2015

Rezensent Thomas Steinfeld trifft auf viele wiederkehrende Motive in der Korrespondenz Hermann Hesses aus den Jahren 1916-1923, die ihm in einer "sorgfältig" kommentierten Ausgabe vorliegt. Sehr ausführlich scheinen ihm die Briefe, in denen der Autor gern Maximen formuliert, um sie dann als subjektiv zu relativieren, wie Steinfeld feststellt. Hesse als Zeitzeuge des Krieges, Hesse als einsamer Wanderer, Gärtner und Maler und als ehrlicher Informant seiner selbst - so begegnet der Autor dem Rezensenten in seinen Briefen. Am schönsten findet Steinfeld die Passagen über "besinnliche Stunden mit dem Pinsel".
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