Peter Rühmkorf

Des Reiches genialste Schandschnauze

Texte und Briefe zu Walther von der Vogelweide
Cover: Des Reiches genialste Schandschnauze
Wallstein Verlag, Göttingen 2017
ISBN 9783835330399
Gebunden, 280 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Herausgegeben von Stephan Opitz. Peter Rühmkorf und Walther von der Vogelweide: eine freundschaftliche Annäherung zweier großer Lyriker über die Jahrhunderte hinweg, erzählt anhand von Gedichten, Briefen und Tagebuchnotizen. Peter Rühmkorf fand in den 1970er Jahren eine erstaunliche und für sein weiteres literarisches Werk bedeutsame Nähe zu Walther von der Vogelweide. Davon erzählt dieses Buch. Rühmkorfs Anverwandtschaft über einen Zeitraum von acht Jahrhunderten hinweg zeigt sich in seinen Übersetzungen der mittelhochdeutschen Gedichte Walthers von der Vogelweide, "des Reiches genialster Schandschnauze". Parallel dazu schrieb Rühmkorf einen auch literaturwissenschaftlich bemerkenswerten Essay über den "Reichssänger und Hausierer", für den er sich von dem bedeutenden Mediävisten Peter Wapnewski Rat holte. Der Briefwechsel zwischen Dichter und Wissenschaftler, in dem sie über den 'richtigen' Zugang zu Walther streiten, wird hier dem Essay zur Seite gestellt. Die Beschäftigung mit dem mittelalterlichen Dichterkollegen half Rühmkorf auch bei der Überwindung seiner 'poetischen Krise': Erstmals nach zehn Jahren entstanden um 1975 wieder eigene Gedichte. Diesen Zusammenhang belegen Passagen aus den unpublizierten Tagebüchern Rühmkorfs, die in diesem Band auszugsweise dokumentiert sind.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 29.05.2017

Als "Fest des Witzes und der Gelehrsamkeit" preist Rezensent Gustav Seibt diese Neuauflage von Peter Rühmkorfs Texten und Briefen zu Walther von der Vogelweide. Allein Rühmkorfs Übersetzung von Vogelweides Texten ringt dem Kritiker größte Anerkennung ab: Bisweilen meint er den vor "Missgunst stinkenden" Atem Walthers zu riechen, vor allem aber lobt Seibt, wie gelenkig Rühmkorf die "böse Bitterkeit", den "Schlagerschmelz" und das "grell Satirische" der Texte überträgt. Dass die kritische Ausgabe zudem neben Tagebuchmaterialen, Vorstufen und dem instruktiven Nachwort von Stephan Opitz auch den grandiosen, scharfen Briefwechsel zwischen Rühmkorf und dem Germanisten Peter Wapnewski enthält, macht Seibt vollends glücklich.
Lesen Sie die Rezension bei buecher.de