Was läuft schief in der Bundeswehr? Eine Soldatin mit Migrationshintergrund spricht Klartext. Neonazis und sadistische Offiziere: So sieht das Bild aus, das viele von der Bundeswehr malen. Natürlich gibt und gab es Skandale, die scharf zu verurteilen sind - aber Nariman Hammouti-Reinke weiß: Das ist nicht das ganze Bild, sondern nur ein Bruchteil dessen, was die Bundeswehr ausmacht. Wie wäre es, wenn man sich einmal ohne ideologische Scheuklappen mit dem auseinandersetzt, was die Bundeswehr tut? Woran es liegt, dass Soldaten eine solche Verachtung entgegenschlägt? Und wo liegt die gesellschaftliche Verantwortung jedes Einzelnen? Nariman Hammouti-Reinke, Soldatin und Muslima, hat darauf Antworten - denn für sie ist es "die höchste Form der Integration, dass ich in der Bundeswehr diene und bereit bin, für Deutschland zu sterben".
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.06.2019
Rezensent Lorenz Hemicker bekommt mit dem Buch der muslimischen Berufssoldatin Nariman Hammouti-Reinke einen besonderen Blick in das Innere der Bundeswehr. Die autobiografische Darstellung konfrontiert Hemicker mit den Mängeln und Nachlässigkeiten der Bundeswehr sowohl bei der Personalwerbung als auch beim Umgang mit Muslimen. Obgleich viele Schilderungen und Analysen im Buch laut Rezensent Erfahrungen und Fakten wiedergeben, die von jedem Soldaten stammen könnten, etwa betreffend die allzu große Bürokratie oder Ausrüstungsmängel, empfindet er die Perspektive der Autorin dennoch als frisch und erkenntnisreich.
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