Christoph Ruf, Olaf Sundermeyer

In der NPD

Reisen in die National Befreite Zone
Cover: In der NPD
C. H. Beck Verlag, München 2009
ISBN 9783406585852
Kartoniert, 229 Seiten, 12,95 EUR

Klappentext

"Sozial geht nur national" - unter diesem Motto will die NPD flächendeckend in die Landtage einziehen. Die Strategen der Partei haben die Wahlen im Superwahljahr 2009 von langer Hand vorbereitet. Schon bald wollen sie in den Bundestag einziehen - zusammen mit ihren neonazistischen Bundesgenossen. Zwei Jahre lang haben die Autoren dort recherchiert, wo die rechtsextremen Milieus prosperieren. Sie waren auf Europas größtem Rechtsrock-Festival und bei Aufmärschen der autonomen Nationalisten. Sie waren dort, wo die NPD Sportvereine und Feuerwehren unterwandert. Und sie haben alle maßgeblichen Vertreter der Partei getroffen - auch in den Dörfern und Kommunen, in denen der Sprung an die Macht vorbereitet wird.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 20.07.2009

Nach dieser Lektüre ist Florian Hartleb schlauer. Keine Entwarnung angesichts der vorgeblichen Selbstschwächung der NPD! Wie komplex das Phänomen wirklich ist, wieso der kommunale militante Rechtsextremismus weiter funktioniert und warum er als "neue soziale Bewegung" im Wahljahr 2009 erfolgreich sein wird, lernt Hartleb in diesem von Christoph Ruf und Olaf Sundermeyer verfassten Band. Effektiv und glaubwürdig erscheinen ihm ihre Beschreibungen, weil die Autoren sich intensiv mit den inneren Strukturen der NDP auseinandersetzen und die regionalen Brennpunkte bereisen. Dass sie dabei ohne Dramatisierungen auskommen, dem Rezensenten einige Lösungsvorschläge, wie Zivilcourage, pädagogische Rezepte und eine "längerfristig angelegte Gegenstrategie" aber dennoch höchst willkommen erscheinen, zeigt, wie ernst das Problem ist.
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 04.04.2009

Interessant findet Rezensent Felix Lee dieses Buch über die NPD von Christoph Ruf und Olaf Sundermeyer. Wie er berichtet, haben die beiden Journalisten die Partei zwei Jahre lang begleitet, waren bei Aufmärschen der AutonomenNationalisten, auf Europas größtem Rechtsrock-Festival, in der NPD-Zentrale im Saarland und führten dabei zahlreiche Interviews.  Diese Herangehensweise scheint Lee zwar gewagt, bieten die Autoren rechten Vordenkern wie Jürgen Gansel, Holger Apfel oder Uwe Pastörs damit doch ein Forum, um ihre Ideologie darzulegen. Aber, meint er, man könne der NPD nicht nur mit moralischer Empörung beikommen. Die Autoren beschrieben "unaufgeregt und nüchtern" interne Machtkämpfe, kriminelle Machenschaften und innerparteiliche Finanzskandale. Schade nur, so Lee, dass dem Buch der rote Faden fehlt.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 26.03.2009

Als Einstieg ins Thema mag Rezensentin Insa Wilke dieses Buch noch gelten lassen, in dem die Journalisten Christoph Ruf und Olaf Sundermeyer verschiedene Reportagen, Porträts und Interview zur NPD versammeln. Mitunter fühlt sie sich sogar ganz gut unterhalten. Doch angesichts dessen, dass das Thema nicht ganz neu ist und auch schon einige Analysen erschienen sind, hätte sie sich doch etwas mehr erwartet. Zum Beispiel Recherchen. Zu oft begnügten sich Ruf und Sundermeyer ihrer Ansicht nach mit einem Blick von außen, anstatt Hintergründe zu liefern, etwa zum familiären oder sozialen Hintergrund einiger Protagonisten. Bei einigen wichtigen Fragen - wie etwa der Finanzierung der Partei - hat Wilke nur verstreut Antworten gefunden, insgesamt blieb das Bild für sie "diffus".