Hier wird eine Geschichte erzählt, die im Nachkriegsdeutschland ihren Anfang nimmt und in Nordafrika endet. Wie alle Geschichten, die das Leben schreibt, handelt auch diese von der Liebe, und zwar in all ihren Facetten. Mein Weg führte mich zunächst, im Jahr 1954, von Ost nach West, von Sachsen nach Westberlin, 1955 dann nach Baden-Württemberg. Weitere vier Jahre zogen ins Land, und ich fand mich in Marokko wieder, wo ich, aus freien Stücken, in den Reihen der Algerischen Nationalen Befreiungsfront - FLN - diente, die gegen die französische Fremdherrschaft im Herzen Nordafrikas kämpfte. (Aus dem Vorwort des Autors)
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 07.01.2003
Mit der Nachsicht des belesenen Rezensenten behandelt Günter Meisinger die Erinnerungen des Mourad Kusserows, der als vom Westen enttäuschter Jugendlicher in den fünfziger Jahren - damals hieß er noch Ulrich Kusserow - zum Islam übertritt und sich der algerischen FLN anschließt. Meisinger sieht Kusserow als eher unpolitischen Abenteurer, der dem Zauber des prallen orientalischen Lebens erliegt. Die plastischen Schilderungen dieses sinnlichen Lebens hält der Rezensent denn auch für die Stärke des Buches; schön, gut und spannend geschrieben findet er die entsprechenden Passagen. Für die eindeutige Schwäche des Buches hält er die Idealisierung des arabischen Lebens und die unterschwellige Propaganda für den Islam, die sich in keinem Absatz mit der Verlogenheit der Religion, der Doppelmoral oder der ungesunden Majestätsverehrung aufhalte. Ehrlich verwundert zeigt sich Rezensent Meisinger, dass Kusserows "Naivität" ihn den Orient unbeschadet hat überstehen lassen.
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