Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.01.2001
Klaus-Jürgen Müller hält die Studie der marokkanischen Historikerin Ssabah Bousini über die Bonner Politik gegenüber den Maghreb-Staaten und Frankreich in den fünfziger Jahren für ein "Forschungsdesiderat". Die Autorin untersucht gleich drei Themenkomplexe: Bonns Beziehungen zu Marokko und Tunesien, die Position der Bundesrepublik im Algerien-Krieg und Frankreichs Dekolonisationspolitik in Nordafrika. Das ist eindeutig zu komplex angelegt, urteilt der Rezensent. Wichtige Literatur habe Bousini gar nicht oder zu wenig berücksichtigt. Erst in den letzten Jahren seien die offiziellen Aktenbestände in Bonn wie in Paris über den Zusammenhang zwischen der Dekolonisation und den deutsch-französischen Beziehungen geöffnet worden, weiß Müller zu berichten. Auch wenn die Forschung auf diesem Gebiet noch jung ist, die Autorin hätte sie in ihre Studie einbeziehen müssen, um neue Erkenntnisse präsentieren zu können, meint der unzufriedene Rezensent.
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