Aus dem Französischen von Tilman Hannemann. Der Kabyle Amer verlässt seine Heimat, um in Frankreich zu arbeiten. Zu Beginn denkt er noch oft an seine Heimat und seine Familie, die er mit regelmäßigen Geldzuwendungen unterstützt. Doch schon bald verdrängt der Moloch Paris die Bilder der Vergangenheit, selbst die Überweisungen stellt Amer schließlich ein. Völlig vereinsamt stirbt so der alte Vater, der all seine Hoffnungen auf seinen Sohn gesetzt hatte. Als Amer dann gänzlich unerwartet wieder heimkehrt, noch dazu in Begleitung einer französischen Frau, ist die Verwunderung groß...
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 09.12.2000
Endlich einmal eine Rezension, die äußerst sparsam mit inhaltlichen Informationen umgeht! Angela Schader versteht es, die Neugierde für ein Buch zu wecken, indem sie fast nur über den Autor und dessen Lebensumstände erzählt. Mouloud Feraoun stammt aus einem kargen algerischen Bergdorf, Kennzeichen des Lebens dort ist der Mangel. Das schlichte Leben seiner Heimatregion zu beschreiben, habe er sich zur Aufgabe gemacht, berichtet die Rezensentin, was vielen Kämpfern des algerischen Befreiungskampfes ein Dorn im Auge gewesen sei. Seine pazifistische Grundeinstellung reichte ihnen nicht aus. Kurz vor Ende des Unabhängigkeitskrieges ist er von der französischen paramilitärischen Organisation der l`Armée Secrète ermordet worden. Geblieben sind seine Bücher, in die viel autobiografisches einfließt, schreibt Schader, so auch in das jüngst erschienene: Der Protagonist emigriert, wie Feraouns eigener Vater auch, in der ersten Jahrhunderthälfte nach Frankreich, um dort unter Tage zu arbeiten. Spürbar werde selbst im fremden Paris dessen tiefe Verbundenheit mit der Heimat nicht etwa in Form von "Überwältigung des simplen Berglers durch europäische Zivilisation und Kultur", sondern eher in positivem Sinn. Viel mehr wird nicht verraten!
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