Mit einer Einleitung und Anmerkungen herausgegeben von Anne Polok. Die drei Dialoge des "Phädon" markieren einen Höhe- und Wendepunkt in der Geschichte der philosophischen Psychologie. Die wirkungsgeschichtliche Bedeutung des Hauptwerkes des "Klassikers der rationalen Psychologie" (Dilthey) reicht weit über einen neuen Beweis der Unsterblichkeit der Seele hinaus.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 05.10.2013
Mit intellektueller Lust hat sich Otto Kallscheuer auf Anne Pollocks Edition dieses Klassikers der Aufklärung gestürzt. Im "Phädon" versuchte Moses Mendelssohn, Platons Beweis für die Unsterblichkeit der Seele zu erneuern, wobei er ihn allerdings weniger mit der überholten Ideenlehre zu führen gedachte als mit den vernunftreligiösen Argumenten seiner Zeit. Mendelssohn nicht das Denken nicht zu einem körperlichen Epiphänomen reduziert sehen, erklärt Kallscheuer, und er begründet die Wahrheit der unsterblichen Seele mit ihrem Nutzen: Eine so unentbehrliche Idee könne nicht unwahr sein. Sehr gefreut hat den Rezensenten, dass die Herausgeberin auch die Briefe Herders in die Edition aufgenommen hat, die (nicht nur) gegen Mendelssohn Leib-Seele-Dualismus Einspruch erheben. Vermisst hat er jedoch Kants "Widerlegung", die Pollock leider nicht in ihre Ausgabe aufgenommen hat. Und eine Bibliografie.
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