Goethe nannte Christian Wilhelm Dohms Schriften 'eine köstliche Gabe' und sein Freund Moses Mendelssohn sah ihn gleichrangig an der Seite Lessings: 'Lessing und Dohm, jener als philosophischer Dichter und dieser als philosophischer Staatskundiger, haben den großen Zweck der Vorsehung, die Bestimmung des Menschen und die Gerechtsame der Menschheit im Zusammenhange gedacht.' Es war auch Mendelssohn, der Dohms epochemachende Denkschrift 'Über die bürgerliche Verbesserung der Juden' (1781/1783) inspirierte. Aus explizit politischer Perspektive erörtert Dohm das Verhältnis von säkularem Staat, Judentum und Christentum, von Religion und Toleranz und fordert die Gleichberechtigung der Juden.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 23.03.2016
Ulrich Kronauer freut sich über Wolf Christoph Seiferts zweibändige kritische und kommentierte Studienausgabe der Schrift "Über die bürgerliche Verbesserung der Juden" des Juristen Christian Wilhelm Dohm aus dem Jahr 1781. Die Schrift liest er als leidenschaftliches Plädoyer für eine Verbesserung der Situation der Juden. Dass der Autor darin auch gewisse Vorurteile den Juden gegenüber entwickelt, scheint Kronauer aus der Zeit erklärlich. Für den Rezensenten gut zu erkennen anhand von Dohms Auseinandersetzungen mit Rezensionen und Zuschriften zu seinem Text, die der erste hier vorliegenden Band enthält. Den Forschungsüberblick im zweiten Band nutzt Kronauer, um die Vorgeschichte und die europaweite Wirkung der Schrift kennenzulernen. Stellenkommentar und textkritischer Apparat lassen ihn erkennen, inwieweit Dohm seine Argumentation für die zweite Auflage abgemildert hat.
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