Im Oktober 1743 macht sich der 14-jährige Mausche zu Fuß auf die Reise von Dessau nach Berlin. Es ist nicht nur die erste Reise seines Lebens, sondern auch eine Wanderung durch Feindesland, denn er ist Jude. In Berlin will der hochbegabte wie schüchterne Sohn eines Gemeindedieners beim Rabbi David Fränkel lernen. Sein Glück ist, dass er unterwegs den Handwerksburschen Hannes trifft. Der steht ihm bei, als Dorfjungen ihn durch Beelitz jagen. Erst vor den Toren Berlins trennen sich die Wege von Hannes und Mausche. Letzteren wird man später einmal als den großen Moses Mendelssohn kennen, der die Philosophie der Aufklärung in Deutschland maßgebend prägte und den Lessing zum Vorbild für "Nathan der Weise" nahm.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.09.2009
Endgültig klären lassen wird sich wohl nicht mehr, wie lange der vierzehnjährige Moses Mendelssohn tatsächlich unterwegs war im Jahr 1743, auf seiner Reise von Dessau nach Berlin. Ein paar Tage, zwei Wochen? Und zu Fuß oder doch auf Rädern? In ihrem Kinderbuch lässt Katja Behrens den nachmaligen bedeutenden Philosophen zwei Wochen reisen und auf seinem Weg, dem bewunderten Lehrer David Fränkel hinterher, den Menschen des 18. Jahrhunderts begegnen. Als jiddisch sprechender Jude trifft er auf viele Vorurteile und Ablehnung - und wie die Autorin da ein keineswegs gefälliges Bild der vergangenen Zeit entwirft, das gefällt dem Rezensent Fridtjof Küchemann ausgesprochen gut. Insbesondere lobt er, wie Behrens "ohne falsche Rücksicht auf den Lesefluss" und auch ohne falsche Versöhnung die Schwierigkeiten, auf die Moses "Mausche" Mendelssohn auf seiner Reise stößt, ausbreitet.
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