Miroslaw Nahacz

Bombel

Roman
Cover: Bombel
Weissbooks, Frankfurt am Main 2008
ISBN 9783940888303
Gebunden, 175 Seiten, 18,80 EUR

Klappentext

Aus dem Polnischen von Renate Schmidgall. Bombel sitzt mitten in seinem Dorf an einer Bushaltestelle und redet mit sich selbst: über einen Ausflug in die Slowakei, über Zigeuner, Fische, ein ausgebrochenes Feuer, eine Überschwemmung. Bombel erzählt sich Geschichten vom Leben und vom Tod, von Träumen und Enttäuschungen, von sonderbaren Freundschaften und dem Sonderbarsten überhaupt: dem eigenen Ich. Bombel ist ein lustiges und trauriges, ein ungebärdiges und irritierendes Buch, etwas Singuläres wie etwa Jerofejews "Reise nach Petuschki" oder Bohumil Hrabals "Tanzstunden für Erwachsene und Fortgeschrittene". Bombel ist eine Arie des Widerstands, die jeder, der einmal einsam war, schon gesungen hat.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 10.01.2009

Für Rezensent Ulrich M. Schmid spiegelt dieser Roman durchaus die tragische Existenz seines Autors. Der früh durch Selbstmord aus dem Leben geschiedene Miroslaw Nahacz, findet Schmid, beweist hier sowohl seinen hohen literarischen Rang, als auch die Hintergründigkeit einer Existenz im Rausch. Stilsicher aus dem Polnischen übertragen, wie Schmid anerkennend bemerkt, zeigt sich Nahacz' Kunst gerade in der nur scheinbaren Seichtheit des Sounds, der O-Töne seines Provinzhelden. Dahinter steckt ein dichter Text, der dem Rezensenten über die Länge von 160 Seiten zwar schon mal ein Gähnen entlockt, der für ihn aber den Verlust dieses Autors auch deutlich spürbar macht.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 27.11.2008

Mit Freude hat Jaroslaw Piwowarski die deutsche Übersetzung von Miroslaw Nahaczs Roman "Bombel" aufgenommen, der im polnischen Original bereits 2004 erschienen ist. Ausführlich berichtet er zunächst über dessen Debütroman "Acht vier" von 2003, für den der damals 18-Jährige von der polnischen Kritik als "Wunderknabe der jungen polnischen Literatur" gefeiert wurde. Nach Ansicht Piwowarskis völlig zurecht. Tragisch also, dass sich Nahacz im Sommer 2007 das Leben nahm. Der Roman "Bombel" - es geht um einen Trunkenbold in der polnischen Provinz, der über Leben und Tod, seinen Weg nach unten, seine Träume und Enttäuschungen plaudert - scheint ihm zwar nicht ganz so herausragend wie "Acht vier", in dem Nahacz mit kraftvoller Sprache das Lebensgefühl einer Generation eingefangenen hat. Aber er hält das Werk trotzdem für ein sehr gutes, gelungenes, "melancholisches", "komisches" und bisweilen "abstoßendes" Buch, das sich durch Ehrlichkeit und Klugheit auszeichnet und auch in der deutschen Übersetzung Nahaczs Talent "beeindruckend" widergespiegelt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.10.2008

Mit Miroslaw Nahaczs Selbstmord im letzten Jahr - er hat sich wie sein Idol Ian Curtis, Sänger der Band Joy Division, 22-jährig erhängt - ist eine Künstlerlegende entstanden, dessen literarisches Werk das keineswegs nötig gehabt hätte, stellt Stefanie Peter betroffen fest. Das lässt sich an seinem Roman "Bombel" ablesen, in dem sich der gleichnamige Held durch die schäbige Wirklichkeit eines polnischen Dorfes monologisiert, immer schwankend zwischen alkoholvernebelten Delirien und hellsichtig-philosophischen Bestandsaufnahmen. Der gerade gegründete Weissbooks-Verlag führt nun mit der deutschen Übersetzung des Romans, dem auch noch ein Nachwort  von Nahaczs Mentor Andrzej Stasiuk beigegeben ist, einen "maßgeblichen" jungen Autor Polens auch hierzulande ein, so die Rezensentin eingenommen.
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