Unbestritten war Helmut Schmidt einer der fähigsten Kanzler, die Deutschland je hatte. Er war ein nüchterner Pragmatiker, der sich selbst den "leitenden Angestellten des Unternehmens Bundesrepublik Deutschland" nannte. Mit seinen Entscheidungen zum Nato-Doppelbeschluss brachte er die gesamte Friedensbewegung gegen sich auf, doch letztlich führte seine Strategie, wie beabsichtigt, zur Abrüstung. Der Journalist Michael Schwelien konnte viele Gespräche mit Helmut Schmidt führen, bekam Einsicht in dessen Privatarchiv und erhielt von seiner Ehefrau Loki manchen persönlichen Einblick. Das alles befähigte Schwelien, die Vita eines Mannes zu schreiben, der die Politik in explosiven Zeiten durch manche Krise gesteuert hat und dessen wichtigstes Ziel immer der internationale Friede gewesen ist.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 22.12.2003
Johano Strasser wünscht sich bei Michel Schweliens Biografie über Helmut Schmidt etwas mehr kritische Distanz und Gespür für die historischen Zusammenhänge. Schweliens Zugang sei recht subjektiv, immer wieder werden persönliche Begegnungen eingeflochten, als Grundlage dienen ausführliche Interviews mit Helmut und Loki Schmidt. Das Porträt wirke durch die persönliche Herangehensweise "plastischer", weise aber auch einige Mängel auf, bemerkt der Rezensent. So akzeptiere Schwelien den Schmidtschen Führungsanspruch gegenüber Willy Brandt "ziemlich unkritisch", die Legende von der Nachrüstung als Grund des Zusammenbruchs der UdSSR übernehme der Autor "ungeprüft", zudem sie es "ärgerlich" wie die Rolle Hans Jochen Vogels im Krisenstab der Schleyer-Entführung "unterschlagen" wird. Aufgrund der "mangelnden Souveränität" des Autors gegenüber seinem Gegenstand trage das Buch somit wenig zum tiefen Verständnis der Person Schmidt bei, vielmehr werde das Verhältnis Schweliens zu seinem "Idol" deutlich.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 20.12.2003
In einigen Punkten weiß Louis Gerber diese Schmidt-Biografie von Michael Schwelin zu würdigen, der ganz große Wurf ist sie seiner Ansicht nach jedoch nicht geworden. Schwelin habe lange Interviews mit dem ehemaligen Kanzler geführt, sich in dessen Privatarchiv umgesehen und sei durchaus der Gefahr eines apologetischen Werkes entgangen, die wegen der Gemeinsamkeit der Arbeit bei der "Zeit" bestanden habe. Dennoch muss sich der Autor vorwerfen lassen, darüber hinaus keine weiteren Quellenstudien betrieben zu haben. Wie auch andere Biografien, die derzeit über Schmidt herausgekommen seien, so sei auch diese nur eine "Vorarbeit zur 'definitiven' Biografie", der es in Teilen durchaus an Tiefe mangele.
Heike Geißler: Michaela Kohlhaas "Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Florian Illies: Träume aus Feuer Tauchen wir ein in die großen Träume eines großen Mannes: Johannes Kunckel ist ein Magier und Alchemist, der daran glaubt, Gold zaubern zu können. Der brandenburgische Kurfürst…