Um die Freikorps hat sich seit den 20er Jahren ein Mythos gebildet. Er oszilliert zwischen "Truppen im preußischen Geiste", "Söldnern ohne Sold" und "ewigen Landsknechten".Wie entstand dieser Mythos? Wie und von wem wurde er vermittelt? Und mit welchen Zielen? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt der Arbeit, die erstmals die Freikorpserinnerungsliteratur der Weimarer Republik und des Dritten Reiches im Zusammenhang mit den erhaltenen Freikorpsakten einer kritischen Prüfung unterzieht. Hierbei verfolgt der Autor einen kulturgeschichtlichen Ansatz. Sein Ziel ist es, den Wandel in der Selbststilisierung der Freikorpskämpfer aufzuzeigen - von anfänglich reaktionären sowie revolutionär-antibürgerlichen Tönen über die Annäherung an die NS-Ideologie bis zu ihrer Glorifizierung im Nationalsozialismus. Durch die Herausarbeitung des NS-Einflusses auf die Freikorpsmythen macht er den Übergang zum wirkungsmächtigen politischen Mythos deutlich. Nicht zuletzt verfolgt er auch die Spuren, die die Freikorpsmythen in der Geschichtsschreibung hinterlassen haben.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.09.2009
Verdienstvoll findet Rezensent Christopher Dowe diese Studie über den deutschen Freikorpsmythos von Matthias Sprenger. Er attestiert dem Autor, die Bestandteile und Funktionen dieses Mythos auf Grundlage von Quellen überzeugend zu analysieren und seine Wandlungen während der Zeit der Weimarer Republik und des Nationalsozialismus aufzuzeigen. Besonders die Auswertung von 104 romanhaften Erinnerungen über die Freikorps sowie Regimentsgeschichten aus der Zeit zwischen 1919 und 1945 scheinen ihm hierbei instruktiv.
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