Mary Shelley

Streifzüge durch Deutschland und Italien In den Jahren 1840, 1842 und 1843

Band 1
Cover: Streifzüge durch Deutschland und Italien In den Jahren 1840, 1842 und 1843
Corso Verlag, Hamburg 2017
ISBN 9783737407427
Gebunden, 254 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Nadine Erler. Als Mary Shelley sich in den Sommern von 1840 und 1842 mit ihrem achtzehnjährigen Sohn Percy Florence und einigen seiner Freunde quer durch Europa auf Reisen begibt ist ihr Ziel Italien. Das Land, in dem sie jahrelang gelebt und ihren Mann sowie zwei ihrer Kinder verloren hatte. Trotz aller Trauer aber dominiert ihre Freude über die Erkundung fremder Länder in Begleitung junger Menschen. Sie kommen durch Frankreich, Belgien, Deutschland, Tschechien, Österreich, die Schweiz und schließlich nach Italien. Shelley hält ihre Abenteuer und Eindrücke akribisch fest und veröffentlicht sie 1844 - hauptsächlich stammt der Inhalt aus ihren Tagebüchern, zum Teil aber auch aus Briefen an ihre Stiefschwester Claire. Landschaften, Politik, Geschichte, Literatur, Kunst sowie Sitten und Gebräuche sind die Themen ihrer lebendigen Schilderungen. Und nie hält Shelley mit ihrer Meinung hinter dem Berg. Sie äußert - für eine Frau ihrer Zeit ungewöhnlich - politische Ansichten neben ihren sehr persönlichen Eindrücken. Ihre kenntnisreichen und erhellenden Reflexionen zeugen von einer großen Belesenheit.

Rezensionsnotiz zu Die Welt, 20.01.2018

Nachdem sich 170 Jahre lang kein deutscher Verlag für Mary Shelleys "Streifzüge durch Deutschland und Italien" interessiert hat, erscheint das Werk nun in gleich zwei Verlagen, freut sich Rezensent Wieland Freund, leider ohne über die Vorzüge der jeweiligen Ausgabe und Übersetzung zu informieren. Günstiger, aber auch um die Streifzüge durch Italien gekürzt ist die Edition des Morio-Verlags, verrät der Kritiker immerhin. In jedem Fall scheint sich Freund vergnügt auf Shelleys Spuren begeben zu haben: In dem zwanzig Jahre nach dem "Frankenstein" verfassten Werk liest er, wie Shelley nach Jahren der Drangsal durch ihren Schwiegervater ihren einzigen überlebenden Sohn Percy Florence auf dessen Reise begleitet, dabei hin- und hergerissen zwischen deutscher Romantik und Moderne rheinische Burgen ebenso wie preußische Züge bewundert und kopfschüttelnd deutsche Gepflogenheiten bestaunt: Wenn Shelley mutmaßt, dass deutsches Übergewicht wohl im übermäßigen und sich weit in den Tag ziehenden Verzehr von Bratkartoffeln begründet liegen mag, kann sich der Kritiker das Schmunzeln nicht verkneifen.