Martin Gilbert

Liebe Tante Fori

Eine Geschichte der jüdischen Kultur, erzählt in Briefen
Cover: Liebe Tante Fori
Rowohlt Verlag, Reinbek 2003
ISBN 9783498024956
Gebunden, 528 Seiten, 24,90 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Yvonne Badal. Kaum ein Volk kann auf eine so lange Traditionm zurückblicken wie das jüdische. Vor rund zweieinhalb Jahrtausenden aus ihrem Land vertrieben, ließen sich die Juden im Laufe der Zeit in sämtlichen Ländern Europas, in China, Amerika und Indien nieder. Sie traten mit anderen Kulturen in Kontakt, und doch bewahrten sie ihre Identität und ihren Glauben. In seinen Briefen an eine enge Freundin - Tante Fori - lässt der Autor die mehr als fünftausend Jahre seit Beginn der jüdischen Zeitrechnung Revue passieren für ein faszinierendes Bild einer einzigartigen Kultur.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 26.07.2004

Die Idee zu einer populären, umfassenden jüdischen Geschichte ist, findet Rezensent Michael Brenner, "nicht von der Hand zu weisen". Den Versuch von Sir Martin Gilbert - den Brenner im übrigen als ausgewiesenen Historiker zahlreicher Standardwerke vorstellt - diese Geschichte in Briefen an seine Tante Fori zu erzählen, findet unser Rezensent allerdings nur mäßig gelungen. Lobend erwähnt er, dass sich manche Kapitel amüsant lesen und teilweise sogar - wie die zu ermordeten jüdischen Ärzten und Historikern und "vor allem alles, was von Indien handelt, wie zum Beispiel ein Kapitel über Gandhi und die Juden" - innovativ seien. Auch den Teil zum jüdischen Glauben und Gebet findet Brenner immerhin "als Einführung" durchaus lesenswert. Die Geschichte der deutschen Juden kommt ihm allerdings viel zu kurz. Bemängelt werden auch Anglizismen in der deutschen Übersetzung von Yvonne Badal.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 31.01.2004

Für das wissenschaftliche wie für das interessierte Laienpublikum hat der Historiker Martin Gilbert schon erfolgreich mehrere Bücher zur jüdischen Geschichte geschrieben. Nun versucht er sich an einer populären und knapp gehaltenen Gesamtdarstellung der jüdischen Geschichte, berichtet der sab. zeichnende Rezensent. Als Kunstgriff habe Gilbert für seine Texte die Briefform gewählt und richte seine Erklärungen an eine fiktive Tante Fori. Herausgekommen ist dabei, lobt der Rezensent, eine "gut lesbare Einführung" in die jüdische Geschichte und die Geschichte des Judentums: "von Abraham und Moses über die kulturelle Blütezeit des sephardischen Judentums im Spanien des Mittelalters und den aschkenasischen Chassidismus im Osteuropa des 17. Jahrhunderts bis hin zur Aufklärung und zu den assimilatorischen Bewegungen der Moderne".
Stichwörter

Beliebte Bücher

Julian Barnes. Abschied(e). Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln, 2026.Julian Barnes: Abschied(e)
Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte…
Dorothee Elmiger. Die Holländerinnen - Roman. Carl Hanser Verlag, München, 2025.Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen
Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter…
Elias Hirschl. Schleifen - Roman. Paul Zsolnay Verlag, Wien, 2026.Elias Hirschl: Schleifen
Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In…
Leila Slimani. Trag das Feuer weiter - Roman . Luchterhand Literaturverlag, München, 2026.Leila Slimani: Trag das Feuer weiter
Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…