Aus dem Englischen von Yvonne Badal. Kaum ein Volk kann auf eine so lange Traditionm zurückblicken wie das jüdische. Vor rund zweieinhalb Jahrtausenden aus ihrem Land vertrieben, ließen sich die Juden im Laufe der Zeit in sämtlichen Ländern Europas, in China, Amerika und Indien nieder. Sie traten mit anderen Kulturen in Kontakt, und doch bewahrten sie ihre Identität und ihren Glauben. In seinen Briefen an eine enge Freundin - Tante Fori - lässt der Autor die mehr als fünftausend Jahre seit Beginn der jüdischen Zeitrechnung Revue passieren für ein faszinierendes Bild einer einzigartigen Kultur.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 26.07.2004
Die Idee zu einer populären, umfassenden jüdischen Geschichte ist, findet Rezensent Michael Brenner, "nicht von der Hand zu weisen". Den Versuch von Sir Martin Gilbert - den Brenner im übrigen als ausgewiesenen Historiker zahlreicher Standardwerke vorstellt - diese Geschichte in Briefen an seine Tante Fori zu erzählen, findet unser Rezensent allerdings nur mäßig gelungen. Lobend erwähnt er, dass sich manche Kapitel amüsant lesen und teilweise sogar - wie die zu ermordeten jüdischen Ärzten und Historikern und "vor allem alles, was von Indien handelt, wie zum Beispiel ein Kapitel über Gandhi und die Juden" - innovativ seien. Auch den Teil zum jüdischen Glauben und Gebet findet Brenner immerhin "als Einführung" durchaus lesenswert. Die Geschichte der deutschen Juden kommt ihm allerdings viel zu kurz. Bemängelt werden auch Anglizismen in der deutschen Übersetzung von Yvonne Badal.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 31.01.2004
Für das wissenschaftliche wie für das interessierte Laienpublikum hat der Historiker Martin Gilbert schon erfolgreich mehrere Bücher zur jüdischen Geschichte geschrieben. Nun versucht er sich an einer populären und knapp gehaltenen Gesamtdarstellung der jüdischen Geschichte, berichtet der sab. zeichnende Rezensent. Als Kunstgriff habe Gilbert für seine Texte die Briefform gewählt und richte seine Erklärungen an eine fiktive Tante Fori. Herausgekommen ist dabei, lobt der Rezensent, eine "gut lesbare Einführung" in die jüdische Geschichte und die Geschichte des Judentums: "von Abraham und Moses über die kulturelle Blütezeit des sephardischen Judentums im Spanien des Mittelalters und den aschkenasischen Chassidismus im Osteuropa des 17. Jahrhunderts bis hin zur Aufklärung und zu den assimilatorischen Bewegungen der Moderne".
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