Aus dem Hebräischen von Jan Eike Dunkhase. In den 1920er und 1930er Jahren wurden auf dem Berg Scopus in Jerusalem mehrere bedeutende jüdische Institutionen etabliert: die Hebräische Universität, die jüdische Nationalbibliothek und das Hadassa-Hospital. Im jüdischen Gemeinwesen in Palästina, dem Jishuw, kam ihnen eine real wichtige, aber auch hochgradig symbolische Bedeutung zu. Infolge des arabisch-israelischen Krieges von 1948 lagen sie jedoch nunmehr auf jordanischem Territorium. In einer von der UNO verwalteten, schwer zugänglichen Enklave wurden sie zum Spielball konkurrierender Souveränitätsansprüche. Die dort befindlichen jüdischen Kulturgüter, vornehmlich Bücher und andere Sammlungen, entglitten den Gelehrten, die sie jahrzehntelang sorgsam behütet hatten. Anhand dieser Gegenstände und ihres Schicksals erzählt Yfaat Weiss in ihrem Essay die Geschichte Jerusalems nach Krieg und Teilung.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.02.2022
Rezensent Jakob Hessing liest Yfaat Weiss' Geschichte der Hebräischen Universität mit Interesse. Was die Historikerin über die Entwicklung der Universität auf dem Berg Scopus zu erzählen weiß, vom Kampf um die Institution als Wahrzeichen einer säkularen Kultur, als strategischem Streitobjekt bzw. Privatbesitz, findet Hessing spannend. Auch zeigt sich für ihn, dass die unterschiedlichen Interessenparteien im Streit um Berg und Universität eines nicht ändern konnten: Die Geschichte ist und bleibt unparteiisch.
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