Die Linke unter Antisemitismusverdacht? Ausgehend von der oft polemisch vorgebrachten Frage, ob die unter dem Etikett des "Antizionismus" vorgebrachte Kritik an Israel tatsächlich nichts anderes sei als ein mehr oder minder geschickt kaschierter Antisemitismus, untersucht Margit Reiter das Verhältnis der österreichischen Linken zu Israel von 1945 bis zur Gegenwart. Anhand von einschneidenden Zäsuren werden die Haltungen der Linken - von der SPÖ und KPÖ, über Bruno Kreisky bis hin zu den diversen linken Gruppierungen seit den 70er Jahren - exemplarisch dargestellt und ihre Positionswechsel und jeweiligen Argumentationsmuster differenziert herausgearbeitet. Das Verhältnis zu Israel erweist sich als ein Indikator für den Umgang der österreichischen Linken mit dem Nationalsozialismus, dem Antisemitismus und der Shoah.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 18.05.2002
Diese Studie über die Aufeinandersetzungen innerhalb der österreichischen Linken um Israel ist zwar aufgrund der aktuellen Ereignisse im Nahen Osten nicht ganz auf der Höhe der Zeit, meint der P.S. zeichnende Rezensent. Doch abgesehen davon findet er die Arbeit interessant, besonders weil sie die österreichischen Besonderheiten herausarbeitet. Dazu hat die Autorin eine Menge Primär- und Sekundärliteratur herangezogen, "zeitgenössische Publikationen von Zeitungsartikeln über Meinungsumfragen bis hin zu Flugblättern". Herausgekommen ist dabei eine "differenzierte Analyse" der Diskussionen zum Thema. Das Ergebnis von Margit Reiters Arbeit ist, dass die Kritik der österreichischen Linken an Israel über die Jahre gewachsen ist. Als negativ bemängelt der Rezensent an diesem Buch lediglich, dass die Autorin tragende Begriffe wie "Antisemitismus" und "Antizionismus" zu spät definiert.
Heike Geißler: Michaela Kohlhaas "Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Florian Illies: Träume aus Feuer Tauchen wir ein in die großen Träume eines großen Mannes: Johannes Kunckel ist ein Magier und Alchemist, der daran glaubt, Gold zaubern zu können. Der brandenburgische Kurfürst…