Internationale Finanzkrise, drohende Rezession, Klimakatastrophe, steigende Nahrungsmittelpreise, Hungersnöte und knapper werdende Energieressourcen: Angesichts dieser Szenarien wird der Ruf nach dem Staat wieder lauter. Die Macht des Staates und seine Lenkungsmöglichkeiten hat Bruno Kreisky erkannt und eingesetzt. Geht uns die Arbeit aus? ist keine bloße rhetorische Frage mehr, für rund 20 Millionen Menschen in der EU ist sie in den vergangenen Jahrzehnten zur bitteren Wirklichkeit geworden. Ausgehend von den Ergebnissen der Kommission für Beschäftigung, deren Vorsitzender Kreisky war, soll aufgezeigt werden, warum er sich während seines gesamten intellektuellen und politischen Lebens mit dem Thema Arbeit auseinandergesetzt hat. Der Mensch ist das Wichtigste war Programm und Motto des Sozialdemokraten Bruno Kreisky.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 08.06.2009
Bruno Kreisky erscheint dem Rezensenten als "prägende" Figur der österreichischen Nachkriegspolitik. Dass die Ära Kreisky eine "wohldurchdachte, eigenständige" Wirtschafts-, Sozial und Finanzpolitik bedeutete, lernt Ulrich Teusch in diesem von Margarethe Kopeinig und Wolfgang Petritsch erarbeiteten Band und aus den auf Zeitgenossenaussagen basierenden Analysen zu den strategischen Orientierungen des österreichischen Bundeskanzlers. Wenn die Autoren bei aller Konzentration auf Kreiskys Erfolge auch die Fehler und Versäumnisse seiner Politik nicht verschweigen, erkennt Teusch das an. Allerdings entgeht ihm auch nicht, wie sehr hier an einer Rehabilitation des umstrittenen Ex-Kanzlers gearbeitet wird.
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