Nach dem Abbruch der österreichisch-italienischen Gespräche Ende 1959 ging es in Wien, Innsbruck und Bozen um die Frage, wann und wie das Südtirolproblem "internationalisiert" werden und was gefordert werden sollte: Landesautonomie oder Selbstbestimmung. Die "Radikalen" in Innsbruck und Bozen wollten in jedem Fall mit der Forderung nach Selbstbestimmung vor die UNO, "gemäßigte" Politiker - allen voran die Mitglieder der Bundesregierung in Wien und führende SVP-Politiker - wollten das auf keinen Fall, da sie keinerlei Erfolgsaussichten sahen. Außenminister Bruno Kreisky wäre am liebsten überhaupt nicht vor die UNO gegangen - auch die Italiener wollten das um beinahe jeden Preis verhindern. Auf Druck der Tiroler beschloss die Bundesregierung aber dann - gegen massive Einflussnahme der Westmächte -, das Thema Südtirol auf die Tagesordnung der UNO-Generalversammlung zu stellen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.04.2007
Aufschlussreich scheint Rezensent Rudolf Lill auch der zweite Band der von Rolf Steininger herausgegebenen Dokumentation der Auseinandersetzungen um die Autonomie Südtirols zwischen Österreich und Italien in den 1960er Jahren. Wie er berichtet, enthält der Band 411 Dokumente aus dem Jahr 1960, als Österreich das Südtirol-Problem vor die UNO brachte und eine Resolution erreichte, die beide Staaten zu weiteren Verhandlungen auf der Grundlage von 1946 und im Sinne der UN-Charta aufforderte. Der Band bietet nach Lills Auskunft einen vollständigen Abdruck der Korrespondenz zwischen Wien und Rom, die Protokolle der Südtirol-Besprechungen österreichischer Politiker sowie der Sitzungen der Gremien der Südtiroler Volkspartei und der internen Besprechungen der österreichischen UN-Delegation. Dabei werde die politische Situation in Österreich, Italien und zwischen den Staaten Westeuropas "vielfach beleuchtet", zu Lills Bedauern aber nicht immer zwischen Wichtigem und Unwichtigem unterschieden.
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