W. G. Sebald zählt zu den wichtigsten deutschen Autoren des 20. Jahrhunderts. Im vorliegenden Porträt- und Materialband werden sämtliche Aspekte dieses vielschichtigen Werks analysiert. Erstmals wird der Briefwechsel zwischen Theodor W. Adorno und Sebald publiziert, außerdem wird seine Carl Sternheim-Rezeption erforscht. Weitere Beiträge beschäftigen sich mit Sebald und Canetti, Sebald und Proust, Sebald und Venedig sowie den literaturkritischen Arbeiten des großen Schriftstellers. Eine umfangreiche Personalbibliografie rundet diesen Band ab, der für jeden Sebald-Leser und -forscher eine Fundgrube an neuen Erkenntnissen ist.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.02.2006
Erhellend erscheinen Rezensent Oliver Pfohlmann die im vorliegenden Band versammelten Fundstücke und Aufsätze über den Schriftsteller und Germanisten W.G. Sebald. Er charakterisiert den 2001 verstorbenen Sebald als einen "notorischen Unruhestifter", der sich von Anfang an "als überlegener Außenseiter, der aggressiv die Konfrontation suchte", inszeniert habe. Pfohlmann berichtet etwa die Auseinandersetzungen mit Hellmuth Karasek und Theodor W. Adorno. Neben Ulrich Simons Beitrag über Sebald als Literaturkritiker hebt er Klaus Gasseleders Untersuchung über seinen Umgang mit Quellen hervor. Bislang unbekannte intertextuelle Bezüge findet Pfohlmann zudem in den Beiträgen von Marcel Atze, der auf die Bedeutung der Gedächtnistheorien von Maurice Halbwachs für "Austerlitz" hinweist, und Franz Loquai, der auf Parallelen zwischen Sebald und Proust aufmerksam macht.
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