Unsere Kinder, die heute eingeschult werden, gehen im Jahr 2070 in Rente. Doch wir überfrachten sie mit Wissensstoff, den sie für ihr Leben kaum brauchen werden. Statt ihnen dabei zu helfen, Neugier, Kreativität, Originalität, Orientierung und Teamgeist für eine immer komplexere Welt zu erwerben, dressieren wir sie zu langweiligen Anpassern. Demgegenüber stehen die Erkenntnisse der modernen Entwicklungspsychologie, der Lerntheorie und der Hirnforschung, die an unseren Schulen bis heute kaum berücksichtigt werden. Denn nur was mit Neugier gelernt wird, wird unseren Kindern wichtig und bedeutsam. Und nur was ihnen bedeutsam ist, weckt ihre Kreativität und spornt die Leistungsbereitschaft an. Der Philosoph und Bestsellerautor Richard David Precht fordert: Unsere Schulen müssen völlig anders werden als bisher.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.04.2013
Was der liebe Gott mit der von Richard David Precht beklagten Bildungsmisere zu tun hat, verrät Jürgen Kaube nicht. Dafür macht er uns auf den Mangel an soziologischem und fachlichem Gespür aufmerksam, das Prechts Buch seiner Meinung nach von vorn bis hinten prägt. Und den Unterschied zwischen eigenen und richtigen Gedanken lernt er beim Lesen auch kennen. Prechts jedenfalls sind nicht die richtigen, findet er. Oder aber, was er schreibt, ist längst schon bekannt. Geärgert hat ihn die intellektuelle Schlamperei, bloß Behauptungen aufzustellen, wo es stichhaltiger Argumentation bedurft hätte. Etwa bei der Frage, ob Jahrgangsklassen, Hausaufgaben und Zensuren sinnvoll sind oder nicht, wie Precht hier "vollmundig" behauptet. Die Unkenntnis des Autors sein Thema betreffend ist das eine, meint Kaube. Darüber aber ein Buch zu schreiben, hält er für dreist.
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