Im Morgengrauen eines Julitages 1750 bricht eine bunt gemischte Gesellschaft auf zu einer Lustfahrt. Die Geisteskoryphäen der Stadt haben den gefeierten jungen Dichter Friedrich Gottlieb Klopstock eingeladen, mit ihnen den Tag auf dem Boot zu verbringen. Ihr Spiel: ein amouröser Partnertausch - ein Skandal im sittenstrengen Zürich. Die Damen wie die Herren hängen an den Lippen des Dichters, der mit seinen aufsehenerregenden Poemen die Gefühlswelt für die deutsche Literatur entdeckt hat. Doch dann übermannt ihn selbst das Gefühl. Er verfällt der kaum siebzehnjährigen Schönheit Anna Schinz. Unverhofft sieht sie sich einem Mann gegenüber, der sie mit unwiderstehlichen Worten zu Unerhörtem überreden will.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.04.2015
Hin- und hergerissen bespricht Rezensent Thomas Meissner Lucien Deprijcks historischen Roman "Ein letzter Tag Unendlichkeit", der sich an Klopstocks Ode vom Zürchersee anlehnt. Ausgehend vom brieflich dokumentierten Anlass des Gedichts, eine Bootsfahrt Klopstocks mit Freunden im Jahre 1750, lässt Deprijck bisweilen nahezu unmögliche Figuren auftreten oder Paare jenseits aller Konventionen zusammenfinden, und er schreibt Dialoge, die in ihrer Ironie an Daniel Kehlmanns "Vermessung der Welt" erinnern, resümiert der Kritiker positiv. Zugleich muss er gestehen, dass ihm die Figur Klopstocks - vor allem sprachlich - gelegentlich zu "peinlich" geraten ist. Doch auch, wenn Meissner nicht wissen wollte, wo Klopstock "seinen Nektar" loswird, hat er hier ein sensibles Buch gelesen.
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