Louise Nealon

Snowflake

Roman
Cover: Snowflake
Mare Verlag, Hamburg 2022
ISBN 9783866486607
Gebunden, 352 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Anna-Nina Kroll. Debbie White wird auf einer irischen Milchfarm groß. Ihr Onkel Billy haust in Gesellschaft der alten Griechen, einer Flasche Whiskey und des Sternenhimmels im Wohnwagen vor der Tür, ihre Mutter Maeve verbringt die Tage im Schlafzimmer, wo sie Träume aufzeichnet, die sie für Prophezeiungen hält. Als Debbie beginnt, nach Dublin zu pendeln, um dort ein Literaturstudium aufzunehmen, prallen Welten aufeinander. Debbies zunächst zögerlicher und dann ungestümer Versuch, sich trotz ihres Dialekts und ihrer abgetragenen Farmjeans einen Platz in der Stadt und den Reihen ihrer Mitstudierenden zu erkämpfen, droht nicht nur an ihren Selbstzweifeln zu scheitern, sondern auch an der Tatsache, dass die Verhältnisse auf dem Hof, der trotz allem ihr Zuhause ist, immer mehr aus dem Ruder laufen …

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 06.09.2022

Rezensentin Brigitte Neumann erklärt die Doppelbödigkeit von Louise Nealons autobiografischem Roman über eine Depression. Die Story der aus einfachen, aber schwierigen Verhältnissen stammenden Literaturstudentin Deborah erzählt die Autorin laut Neumann trotz eines dramatischen Plots in angenehm schwereloser Sprache und mit dialogischem Witz. Mehr als eine "feelgood" novel wird der Text für Neumann, als sie die Gefühllosigkeit der Protagonistin erkennt. In der leeren Mitte des Romans steht für Neumann schließlich die Diagnose Depression, auch wenn davon nie explizit die Rede ist, wie sie verblüfft feststellt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 30.07.2022

Rezensentin Susanne Romanowski ist froh, dass Louise Nealons Debütroman mehr Rijneveld als Rooney ist. Denn auch wenn sich Nealons Protagonistin Debbie aus einem irischen Kaff ans renommierte Trinity College in Dublin und somit in die Gefilde der Marx-rezitierenden Sally Rooney-Protagonisten etwa aus "Normal People" begibt, so verharrt der Roman doch nicht in dieser Welt und ist auch kein bloßer Aufsteigerroman, meint Romanowski. So spielen gar nicht viele Szenen an der Uni oder in Seminaren, auch wenn Debbie sich über das "nerdige Anspielungsbingo" aufregt, wie die Kritikerin amüsiert zitiert - überhaupt bekomme man Debbies Ärger und Frust über die College-Welt sehr "ungefiltert" serviert, stellt sie fest. Viel mehr gehe es aber, und das gefällt der Kritikerin, um das Leben im Heimatdorf, in dem der Pub Dreh- und Angelpunkt der Dorfgemeinschaft und Debbies Familie dem Alkohol verfallen ist. Wie hier düster, aber auch "lakonisch" von Debbies Resilienz und ihrem Wunsch nach Anerkennung, auch ihrer Depression, erzählt werde, lässt Romanowski über vereinzelte sprachgestalterische Schwächen hinwegsehen.
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