Louise Michel

Die Pariser Commune

Cover: Die Pariser Commune
Mandelbaum Verlag, Wien 2020
ISBN 9783854768821
Gebunden, 416 Seiten, 28,00 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Veronika Berger. Mit zeitgenössischen Fotografien. Die Pariser Commune dauerte 72 Tage und war der erste Versuch, Sozialismus in die Tat umzusetzen. Auf einzigartige Weise kämpfte ein großer Teil der Pariser Bevölkerung gemeinsam für eine befreite Stadt: frei von Monarchie, von Besetzung und auch von der Macht des Kapitals. In den wenigen Wochen wurden konkrete Maßnahmen für die rechtliche Gleichstellung von Frauen und Männern, für die Befreiung der Armen von Pfandschulden, für die Senkung der Mieten, für ein Recht auf Bildung für alle umgesetzt.Viele Frauen kämpften in der Commune für diese Rechte und eine bessere Zukunft der Bevölkerung, allen voran Louise Michel als Lehrerin, Sanitäterin und Mitglied des bewaffneten Kampfes. Für sie endete die Hoffnung der 72 Tage in der Deportation, doch Michel wurde zur Ikone. Mit diesem Buch - 25 Jahre nach der Niederschlagung geschrieben - gelingt es ihr durch präzise Berichterstattung und gleichzeitig kämpferisch-polemische Parteilichkeit, die Ursachen für die Bewegung zu erklären und ihre Erfolge sowie ihr Scheitern nachzuzeichnen. Wir erfahren aus der unmittelbaren Sicht einer Kommunardin, was es hieß, den revolutionären Traum zu leben, aber auch, was es bedeutete, die blutige Rache des Kapitals und der Bourgeoisie auf sich zu ziehen.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 22.01.2021

Rezensent Michael Braun scheint gefesselt vom Pathos und der Detailtreue der Revolutionschronik von Louise Michel. Kein Werk der Geschichtswissenschaft, warnt Braun, aber ein einzigartig akribischer Augenzeugenbericht der 72 Tage der Pariser Kommune von unschätzbarem dokumentarischem Wert. Wie eine Reportage lässt das Buch den Rezensenten teilnehmen am Kollaps des Kaiserreiches und den Barrikadenschlachten im Mai 1871. Die "Konfliktdynamik" des Moments kann die Autorin aus Briefen, Presseartikeln und ihren eigenen Erfahrungen rekonstruieren, erklärt Braun. Kühle Distanz darf der Leser nicht erwarten, meint er.