Diese phänomenologische Studie bietet im historisch orientierten ersten Teil eine umfassende mentalitätsgeschichtliche Analyse der Deutung und Bewertung des Lachens von der europäischen Antike bis zur Gegenwart. Kritisch analysiert werden die vier wichtigsten und folgenreichsten Argumentationsmodelle: die ethisch orientierte platonisch-stoisch-augustinische Argumentationstradition, die dem Lachen misstrauisch bis feindlich gegenübersteht; die anthropologisch orientierte Argumentationstradition, die von Aristoteles über Joubert und Kant bis herauf zu Plessner und Schmitz reicht und die das Lachen als ein proprium hominis deutet und rechtfertigt; die physiologisch-mechanistisch-energetische Argumentationstradition, die mit Descartes beginnt und mit Freud immer noch nicht beendet ist; die evolutionsgeschichtlich-ethologische Argumentationstradition, die von Darwin begründet wurde und heute die wohl dominanteste ist. Der zweite, systematische Teil führt die anthropologisch orientierte Argumentationstradition auf der Grundlage der Neuen Phänomenologie von Hermann Schmitz fort und beschreibt das Lachen in seinen drei Grundtypen als Bekundungs-, Interaktions- und Resonanz-Lachen auf den verschiedenen ontogenetischen Stufen von Lachmündigkeit als Spiel von personaler Emanzipation und personaler Regression wie auch als synergetisch-synästhetisches Gesamtverhalten bei verschiedenen Einstellungen und in verschiedenen Situationen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.03.2014
Obgleich der Rezensent nur 60 Prozent des Buches gelesen hat (macht immerhin 1200 Seiten), wie er zugibt, möchte er die Lektüre empfehlen. Als phänomenologische Studie über Wesen, Form und Funktion des Lachens nämlich. Welche Lachtypen gibt es, wie wird dem Lachen zu unterschiedlichen Zeiten begegnet, in Philosophie, Psychologie, Soziologie und den Naturwissenschaften? All das erfährt Burkhard Müller bei Lenz Prütting. Lenz wer? Der Mann ist Dramaturg im Ruhestand, kein Wissenschaftler, und doch nimmt Müller seine kritische Ideengeschichte sehr ernst. Wie auch nicht, denn der Erkenntnisgewinn ist groß, versichert der Rezensent, die Herangehensweise erfrischend unorthodox und im besten Sinne unbeschränkt, der Stil gewandt und begreifbar. Für Müller Wissenschaft zum Selberdenken.
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