Herausgegeben von Günther Neumann. Der hier angekündigte erste Teilband der Martin Heidegger Gesamtausgabe mit dem Obertitel "Vorträge" umfasst von seinen 1915 bis 1932 gehaltenen Vorträgen zehn bisher unveröffentlichte Texte sowie drei Texte, die bislang nur außerhalb der Gesamtausgabe erschienenen sind. Entsprechend Heideggers ausdrücklicher Anweisung, auch alle früheren Ausarbeitungen und Vorarbeiten aufzunehmen, enthält der Band ferner 4 frühere Versionen des für den Übergang zum Ereignis-Denken äußerst wichtigen Vortrages "Vom Wesen der Wahrheit", dessen Endversion er 1943 veröffentlichte. Des Weiteren wird eine "Vorarbeit" zu Platons "Höhlengleichnis" aufgenommen. Mit der Frage nach der Wahrheit befassen sich acht der insgesamt achtzehn aufgenommenen Texte, weshalb diese Thematik einen Schwerpunkt des vorliegenden Bandes bildet.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 08.12.2020
Eigentlich war es ruhig geworden um Martin Heidegger, bemerkt Rezensent Thomas Meyer, mit der Herausgabe der "Schwarzen Heften" vor sechs Jahren ist das Giftigste verdaut. Umso unverständlicher, ja ärgerlicher erscheint dem Rezensenten nun Günther Neumanns zweibändige Edition von Heideggers Vorträgen: Der erste Band umfasst die Jahre 1915 bis 1932, der zweite die Jahre 1935 1967. Hallo? Ausgerechnet die Jahre 1933 und 1934 fehlen, also auch die berüchtigte Rektoratsrede, in der Heidegger sein Denken mit dem Nationalsozialismus in Einklang zu bringen versucht. Die Erklärungen des Herausgebers kann Meyer nicht nachvollziehen. Auch die Geringschätzung, mit der etwa der Heidegger-Kritiker Dolf Sternberger hier stets nur als D.St. auftaucht, findet der Rezensent unangemessen. Er räumt ein, dass in dem Band viele faszinierende Texte versammelt sind, "Bauen Wohnen Denken" etwa oder "Hegel und die Griechen". Dennoch sieht Meyer angesichts dieser mangelnden Offenheit eine "Verweigerertruppe im Editionsbunker" sitzen, wie er schreibt, die sich auf höhere Befehle zu berufen scheint.
Angelika Klüssendorf: Trost 2022. Angelika Klüssendorf erzählt von Liebe, Entzweiung und der Sehnsucht nach Zugehörigkeit. Rita, Meisterin darin, sich in die falschen Männer zu verlieben, fällt plötzlich… Szczepan Twardoch: Sehnsucht Aus dem Polnischen von Olaf Kühl. Erwin Piontek, Bergmann im Ruhestand, geht seinen Lebenstraum - eine Weltumseglung - bescheiden an: im Boot auf einem Stausee. Doch während… Christine Wunnicke: Wachs Schauplatz ist Frankreich im 18. Jahrhundert, das vorrevolutionäre und das überaus revolutionäre. Und es lieben sich zwei Frauen, die verschiedener nicht sein könnten: Marie… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen…