Konrad Adenauer

Konrad Adenauer: Briefe 1959-1961

Adenauer. Rhöndorfer Ausgabe

Klappentext

Herausgegeben von Rudolf Morsey und Hans-Peter Schwarz. Bearbeitet von Hans Peter Mensing. Von dem Streit um die Kanzlernachfolge und der "Präsidentschaftsposse" bis zum Bau der Berliner Mauer: Mit insgesamt 300 Schlüsseldokumenten aus den privaten und politischen Papieren Konrad Adenauers umfasst der 15. Band der "Rhöndorfer Ausgabe" einen der innen- und außenpolitisch dramatischsten Abschnitte seiner Kanzlerschaft (Sept. 1959 - Sept. 1961).

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 17.03.2005

Recht aufschlussreich findet Daniel Koerfer diese Briefe Konrad Adenauers aus der Zeit zwischen 1959-1961, die der achten Band der Rhöndorfer Ausgabe versammelt. Die rund dreihundert ausgewählten Dokumente, auf den ersten Blick ein Sammlung völlig disparater Texte vom anrührenden kleinen Liebesgruß bis zum hartnäckigen Ringen Adenauers um deutschen Kernwaffenbesitz, fallen laut Koerfer in die Zeit der anbrechenden "Kanzlerdämmerung", hatte doch die Reputation des Kanzlers durch sein ungeschicktes Verhalten bei der Bundespräsidentenkandidatur Schaden genommen. Als eine viele Briefe durchziehende "dramatische Thematik" nennt Koerfer die atomare Bedrohung während des kalten Kriegs. Er schildert Adenauers Sorge um die westliche Einheits- und Abwehrfront gegen die Sowjetunion und sein Verhältnis zu de Gaulle, in dem er unerwartet einen Verbündeten fand, der jedes Entgegenkommen gegenüber Moskau ablehnte. Koerfer berichtet weiter über Adenauers Auseinandersetzung mit Brandt und zitiert aus einem Brief: "Brandt hat nie in seinem Leben gearbeitet, auch nicht als Oberbürgermeister von Berlin. Ich halte ihn auch aus sachlichen Gründen für völlig ungeeignet Kanzler zu werden." Für derlei Zitate sind die Briefe nach Ansicht Koerflers eine "wahre Fundgrube".