Klaus Wiegrefe

Das Zerwürfnis

Helmut Schmidt, Jimmy Carter und die Krise der deutsch-amerikanischen Beziehungen
Cover: Das Zerwürfnis
Propyläen Verlag, Berlin 2005
ISBN 9783549072509
Gebunden, 524 Seiten, 28,00 EUR

Klappentext

Die deutsch-amerikanische Partnerschaft, dieses Musterbündnis der Nachkriegszeit, wies bereits Ende der siebziger Jahre tiefe Risse auf. Schon damals, in der Amtszeit von Bundeskanzler Helmut Schmidt und US-Präsident Jimmy Carter, ging das "goldene Zeitalter" dieser beispiellosen Nachkriegsallianz zu Ende, traten grundlegende Differenzen in der Außen- und Wirtschaftspolitik zutage, begann die Ära einer eigenständigen Rolle Deutschlands in der internationalen Politik. Der Historiker und Spiegel-Redakteur Klaus Wiegrefe rekonstruiert auf breiter Quellenbasis minutiös, wie es zu diesem Tiefpunkt der deutsch-amerikanischen Beziehungen nach dem Zweiten Weltkrieg kam.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 21.01.2006

Als überaus instruktiv erachtet Wolfgang Hauptmann diese Studie über die Krise der deutsch-amerikanischen Beziehungen 1977-1981, die der Historiker und Journalist Klaus Wiegrefe vorgelegt hat. Der Autor beschreibe nicht nur den Verlauf dieser Krise, sondern arbeite unter Ausschöpfung bisher verschlossener Akten und durch Befragung vieler Zeitzeugen das Exemplarische an diesem Zerwürfnis heraus. Einen wesentlichen Grund für die transatlantischen Verstimmungen sieht Hauptmann im schlechten Verhältnis zwischen Jimmy Carter und Bundeskanzler Helmut Schmidt, der dem amerikanischen Präsidenten vorwiegend mit Skepsis begegnete. Wiegrefe präsentiere hier eine glaubhafte psychologische Wertung der Gründe für die Spannungen im deutsch-amerikanischen Verhältnis. "Seine Studie hilft", resümiert der Rezensent, "die wechselseitige Entfremdung zu verstehen, die im Irak-Krieg so viele negative Schlagzeilen lieferte."

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 08.12.2005

Ein "wichtiger" Beitrag zur Geschichte der deutsch-amerikanischen Beziehungen in der zweiten Hälfte der siebziger Jahre sei Klaus Wiegrefes Analyse fürwahr, meint Hartmut Soell, doch hat er an ihr auch einiges zu bemängeln. Die Beziehung von Jimmy Carter und Helmut Schmidt hatte einen schlechten Start, den der Autor nach Meinung des Rezensenten aber "zu einseitig" dem deutschen Part anlaste. Vielmehr habe Carter keinen Deutschlandexperten in seinem Führungsstab gehabt, was zu einer anfänglichen Vernachlässigung der BRD führte. Zudem beobachtet Soell sowohl bei Carter als auch bei seinem Nachfolger Reagan einen Mangel an Führungsstärke, was die Beziehungen zum "praeceptor mundi" Schmidt weiter belastete. "Gut herausgearbeitet" findet Soell hingegen die grundlegenden wirtschaftspolitischen Differenzen der beiden Länder in dieser Periode.

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