Als er 1992 zurücktrat, war er Europas dienstältester Außenminister. Er gehörte den Kabinetten Brandt, Schmidt und Kohl an. Hans-Dietrich Genscher ist politisches Urgestein der Bundesrepublik. Mehr als drei Jahrzehnte lang hat er die Geschicke des Landes maßgeblich mitbestimmt, nicht zuletzt die außenpolitische Absicherung der Deutschen Einheit. Neben Helmut Schmidt ist er heute der erfahrenste Staatsmann unseres Landes. Im Gespräch mit Hans-Dieter Heumann nimmt er zu aktuellen Fragen der Weltpolitik Stellung und blickt auf Schlüsselszenen seiner politischen Karriere zurück.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.09.2015
Rezensent Rainer Blasius hakt die Punkte ab, mit denen Ex-Außenminister Hans-Dietrich Genscher im Gespräch mit Hans-Dieter Heumann bzw. schließlich im Monolog, wie Blasius anmerkt, den Einheitskanzler einmal mehr links liegen lässt und die große Politik erklärt. Genschers Kritik an der Ausgrenzung Moskaus, sein Aufruf zu einer kooperativen Weltordnung, zur Aufnahme der Türkei in die EU und allgemein zu mehr Geduld und Beharrlichkeit in der Diplomatie, scheint Blasius in Ordnung zu finden, wenngleich ihm Genschers Allwissenheit mitunter doch allzu selbstherrlich vorkommt.
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