Sie waren die drei großen Sozialdemokraten der Bundesrepublik. Gemeinsam schrieben sie eine Erfolgsgeschichte ohnegleichen. Doch hinter den Kulissen brodelte es, wich der anfängliche Gleichklang heftigen Verstimmungen und schließlich bitterer Entfremdung. Erstmals nimmt Martin Rupps das angespannte Binnenverhältnis der legendären "Troika" Brandt-Wehner-Schmidt in den Blick und beleuchtet die allzu menschliche Seite hinter der großen Politik.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 19.05.2004
Dietmar Süss' Besprechung beginnt freundlich. Die "Beziehungsgeschichte" von Brandt, Wehner und Schmidt biete ja auch ausreichend Material für ein "spannendes Stück auf der Bühne der großen Politik", und Martin Rupps belasse es auch nicht bei der wirkungsvollen Re-Inszenierung der Ränkespiele, sondern nehmen die sozialdemokratische Troika als sensibles "Frühwarnsystem" unter die Lupe, in dem drei ganz politische Charaktere einander perfekt ergänzten und ihre jeweiligen Rollen einnahmen: Schmidt, der "energischer Regierungschef", Wehner, der "Zuchtmeister", und Brandt, die "Integrationsfigur der Partei". Man könnte also, so der Rezensent, auf ein "politisches Lehrstück" hoffen, "das auch für amtierende Koalitionäre von Interesse hätte sein können". Doch weit gefehlt: Mit seiner Betonung der Persönlichkeitsaspekte und bewussten Ausklammerung von "Strukturen" reduziere Rupps Anspruch und Leistung seiner Studie - und ende schließlich bei Charakterklischees, die man eigentlich nicht mehr lesen wollte. "Schade", schließt Süss, "dass der Autor für diese aufregende Geschichte so wenig Fingerspitzengefühl aufgebracht hat".
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