Aus dem Amerikanischen von Ute Mihr, Ursel Schäfer und Heike Schlatterer. Ein beeindruckendes Plädoyer für den Glauben an die eigenen Werte in einer Zeit des Sinnverlusts. Der 39. Präsident der Vereinigten Staaten und Friedensnobelpreisträger Jimmy Carter analysiert in seinem neuen Buch, das in den USA lange an der Spitze der Bestseller-Listen stand, vor dem Hintergrund seiner eigenen Wertvorstellungen die moralische Krise Amerikas. Seine Überzeugungen haben in einer Zeit des Umbruchs und des Werteverlusts weltweit Gültigkeit.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.12.2006
Hätte ein Europäer dieses Buch geschrieben, es wäre glatt als "antiamerikanisch" abgestempelt worden, glaubt der Rezensent Detlev Junker, nachdem er die jüngste Zuwortmeldung des Alt-US-Präsidenten Jimmy Carter gelesen hat. In einer Mischung aus "Predigt und Analyse", die der Rezensent als typisch amerikanisch empfindet, klage Carter über den Werteverfall in seinem Land, mache dafür den in Amerika grassierenden religiösen Fundamentalismus, dem auch die derzeitige US-Regierung verhaftet sei, verantwortlich und rufe zur "Umkehr durch moralische Besserung" auf. Carters Beschreibung des Fundamentalismus als ein von einem "manichäischen Weltbild" getragener Wille zur Macht will der Rezensent noch gelten lassen, die von ihm am Ende des Buches formulierten Wunschvorstellungen erscheinen ihm jedoch von "naiver, unpolitischer Dürftigkeit".
Angenehm überrascht ist Rezensent Bernd Greiner von dieser Wortmeldung des ehemaligen US-Präsidenten, die er "über den Tag hinausweisend" findet. Die darin gestellte Frage nach dem Zustand der amerikanischen Demokratie findet Geiner berechtigt, Jimmy Carters Diagnose einer "moralischen Krise" ebenso. Besonders die Begründung von Carters Kritik am brüchig gewordenen Prinzip der Gewaltenteilung und seine Zweifel an der Unabhängigkeit der US-Justiz machen diese Streitschrift aus Sicht des Rezensenten zur lohnenden Lektüre. Klug setzt Carter seiner Ansicht nach auch seine kritischen Pointen in Sachen Atomwaffenpolitik. Irritiert ist Greiner lediglich von der Tatsache, dass Carter die gegenwärtigen Probleme der amerikanischen Demokratie zu stark auf die Person George W. Bush reduziere.
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