Can Merey

Die afghanische Misere

Warum der Westen am Hindukusch zu scheitern droht
Cover: Die afghanische Misere
Wiley-VCH, Weinheim 2008
ISBN 9783527504084
Gebunden, 308 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Can Merey entfaltet einen umfassenden, einzigartigen Blick auf die Bevölkerung des krisengeschüttelten Afghanistans. Kaum ein Buch hat es bisher vermocht, dem einzelnen ein Gesicht zu geben. Der dpa-Korrespondent beobachtet und bereist Afghanistan seit vier Jahren beinahe monatlich. In ausführlichen Gesprächen sowohl mit ausländischen Diplomaten, Militärs, Entwicklungshelfern als auch mit Afghanen gelingt es Merey, ein detailliertes Bild über die dortige Lage zu zeichnen. Der Autor analysiert die politische Situation in Afghanistan und portraitiert die Opfer und Protagonisten des Krieges. Auf seinen Reisen in verschiedene Gegenden des vom Krieg zerrissenen Landes schildert er die militärischen Konflikte, das Leiden der Landbevölkerung ebenso wie die Drogenökonomie und den Verlust der Menschlichkeit in einer schier aussichtslosen Krisensituation.So lernt er einen Mann kennen, der sich den Taliban anschließen und seine zwei ältesten Söhne (7 und 10) als Selbstmordattentäter überlassen wird, weil die ISAF im März seinen ältesten Sohn versehentlich erschossen hat.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.01.2009

Rezensent Wilfried von Bredow hat zwei Bücher über die brenzlige Lage in Zentralasien gelesen, die er beide sehr empfehlen kann. Can Merey hat als dpa-Korrespondent in Afghanistan gearbeitet, und seinem Buch "Die afghanische Misere" merkt der Rezensent nicht nur diese Erfahrung an, sondern auch, dass Merey ein "guter Beobachter und aufmerksamer Zuhörer" ist. Die immer wieder durchschimmernde Sympathie des Autors für das Land lässt sich Bredow gern gefallen, besonders hervor hebt er aber die abgewogene Darstellung des militärischen Unterfangens hervor, zugleich die Taliban zu bekämpfen und die Zivilbevölkerung beim Wiederaufbau des Staates zu unterstützen. Mereys Warnung vor einem verfrühten Truppenanzug findet Rezensent Bredow dabei ebenfalls sehr überzeugend.

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