Klaus Ottomeyer

Die Haider-Show

Zur Psychopolitik der FPÖ
Drava Verlag, Klagenfurt 2000
ISBN 9783854353379
broschiert, 227 Seiten, 13,75 EUR

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 06.07.2000

Franz Schuh spricht für das Buch eine nachdrückliche Empfehlung aus. Er legt es besonders denjenigen ans Herz, die glauben, Haider ist ein begabter Politiker: diesen Irrtum korrigiert der Autor überzeugend, so der begeisterte Rezensent. Ottomeyer analysiere den Erfolg Haiders und könne dabei die erstaunlich "simplen Elemente" dieses Erfolgs deutlich machen. Der Autor entlarve die politische Strategie Haiders und mache den verdeckten "rechtsextremen" Anteil seiner Äußerungen deutlich, was der Rezensent als wichtige Aufklärungsarbeit begrüßt.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 06.06.2000

Robert Misik bespricht zwei "hervorragende" Bücher über Jörg Haider und den rechten Populismus, aus denen man lernen könne, wie "man unter den Bedingungen der postmodernen Auflösung des Politischen politische Lager konstituiert".
1) Sebastian Reinfeldt: "Nicht-wir und Die-da"
Besonders imponiert hat Misik an diesem Buch, dass auf Reinfeldts Doktorarbeit basiert, wie der Autor die geschickte Strategie Haiders analysiert, mit der dieser den "Konflikt-Charakter" der Politik wiederbelebt, während die anderen Parteien in "pragmatischem Technokratismus" versinken. "Nicht-wir" (das sind die Fremden und Ausländer) und "Die da" (das sind die Politiker und das Establishment) gegen "wir" - die `fleißigen, anständigen` Österreicher. So einfach ließ sich ein neues `Lager` in der Politik aufmachen, nachdem die traditionellen Unterschiede zwischen den anderen Parteien fast verschwunden sind. Das, stimmt Misik dem Autor bei, ist keine Extremismus, sondern Populismus. Einleuchtend findet Misik auch Reinfeldts These, dass die Maßnahmen der EU gegen Österreich Haider genau im rechten Moment - als er nämlich auch schon zu denen `da oben` gehörte - geholfen haben, indem sie als "supranationales" Establishment, also als neues "oben", in die Bresche gesprungen ist. Reinfeldts Studie gehöre zum "Besten" was über Haiders Aufstieg geschrieben worden sei, rühmt Misik, "gerade weil er uns recht wenig über den Polit-Popstar erzählt, dafür umso mehr über das Setting des Populismus im Allgemeinen."
2) Klaus Ottomeyer: "Die Haider-Show"
Dieses Buch streift Misik in seiner Rezension nur kurz. Man erfahre hier etwas mehr über Haider selbst, meint der Rezensent und empfiehlt es allen, die wissen wollen, wie Haiders "Hass- und Hetzpolitik" mit `dem unbeschwerten Hedonismus der Konsumgesellschaft" zusammengehe. Neben diesen zwei Bänden empfiehlt Misik noch Christa Zöchlings "brillante" Biografie "Haider - Licht und Schatten einer Karriere", ohne weiter auf das Buch einzugehen.
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