Die Führer sind wieder da. In neuem Outfit, aber mit alten Inhalten. Hinter dem harmlos klingenden Begriff Populismus verbergen sie die Rückwende in eine autoritäre Vergangenheit. Was Jörg Haider, Silvio Berlusconi, Jean-Marie Le Pen und viele andere verbindet, ist ihr Kampf gegen »das System«: repräsentative Demokratie, unabhängige Gewerkschaften und freie Kunst, unabhängige Gerichte und freie Medien.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 18.03.2003
Scharsachs Anliegen sei ein Kampf gegen die Verharmlosung des europäischen Rechtspopulismus, so Andreas Ross, denn dieser "orientiert sich in wesentlichen Inhalten und Strategien am Politikmodell des Nationalsozialismus vor der Machtergreifung". Die Beweisführung führe Scharsach sehr "akribisch", so dass dem Rezensent auffällt, das Buch lese sich in Teilen wie eine "Anklage wegen nationalsozialistischer Wiederbetätigung". Im Falle Haiders belegt Scharsach seine Vermutung mit unzähligen Zitaten, setzt sich aber leider nicht mit der Frage auseinander, wie "Haiders egomanischer Kampf gegen die eigenen Parteikader" in die eigene These passe. Ross kritisiert Scharsachs Überzeichnung der populistischen Führer bis hin zu "Karikaturen", bei der sich die Frage aufdrängt, wie es nur möglich sein kann, "dass solch geltungssüchtige, raffgierige und pöbelnde Politiker so gut ankommen"? Da Scharsach diese "faszinierenden, mitreißenden Facetten des Charakters" ausblendet, die einen wesentlichen Teil der Anziehungskraft rechter Populisten ausmachen und sie gerade aus diesem Grund gefährlich werden lassen, ist eine Beantwortung dieser Frage für ihn leider nicht möglich, resümiert Ross.
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