Klaus Jungfer

Die Stadt in der Krise

Ein Manifest für starke Kommunen
Cover: Die Stadt in der Krise
Carl Hanser Verlag, München 2005
ISBN 9783446206748
Kartoniert, 240 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Einst waren die Städte der Motor von Wachstum und Innovation. Heute werden sie zwischen Bund und Ländern zerrieben. Permanente Geldnot und Mangelverwaltung der Kommunen jedoch schaden auf Dauer dem ganzen Land. Klaus Jungfer, als Kämmerer lange Jahre für die Finanzen der Landeshauptstadt München verantwortlich, erklärt die Ursachen dieses politischen Skandals und zeigt Wege aus der Krise: Denn es ist höchste Zeit, den Verfall unserer Städte aufzuhalten.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 20.10.2005

Klaus Jungfers "Manifest für starke Kommunen", ist zwar eine "vorzügliche" Beschreibung der Probleme der Städte und Gemeinden, meint Warnfried Dettling, aber kein Manifest. Denn die "wichtigste Lektion" des Buches muss Dettling zwischen den Zeilen suchen: Die Städte müssten aus der Defensive herauskommen und die ständigen Mittelkürzungen nicht nur verschämt zu kompensieren suchen, sondern vielmehr den Mut haben, eine breite gesellschaftliche Diskussion darüber anzustoßen, ob der Bund nicht Kompetenzen an die Kommunen abgeben sollte. Jungfer beschreibe die finanzielle Entwicklung wie die umfangreichen Verwaltungsmodernisierungen der vergangenen Jahre zwar "kompakt" und "gut lesbar", aber aus einer "Binnenperspektive", erklärt Dettling, weshalb dem ehemaligen Stadtkämmerer die Lösungsmöglichkeiten auf staatlicher Ebene entgehen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 26.09.2005

Joachim Käppner würdigt dieses Buch, das sich mit der Situation der Kommunen beschäftigt, als "überfälliges Plädoyer" für die Stärkung der Städte. Darin wendet sich der Autor Klaus Jungfer, der bis 2004 Kämmerer von München war, gegen die Entrechtung und die immer stärkere finanzielle Belastung der Städte durch den Staat, erklärt der Rezensent. Als besonderes "Verdienst" des Buches lobt er, dass der Autor mit dem verbreiteten Vorwurf der Verschwendung der Kommunen aufräumt. Es ringt dem Rezensenten einige Bewunderung ab, dass es Jungfer gelingt, bei dem überwiegend trockenen, finanzwirtschaftlichen Inhalts trotzdem "gut und flüssig" zu schreiben und auch für Laien leicht verständlich zu bleiben. In den "historischen Exkursen" hat Käppner gar "hübsche kleine Feuilletons" gefunden, wie er lobend hervorhebt. Schließlich attestiert er dieser "Streitschrift" auch noch "politische Brisanz", etwa wenn Jungfer gegen die von ihm als ungerecht verurteilte städtische Gewerbesteuer zu Felde zieht.
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