Dieses Buch wurde 1965 rasch zu einem Klassiker in der Bundesrepublik der Neubauten, mit zahlreichen Auflagen und über 200.000 verkauften Exemplaren. Was drücken die Neubauten in den westdeutschen Städten aus? Worin beeinflussen sie ihre Bewohner, im Guten wie im Schlechten? Worin liegt die »Herzlosigkeit«, das heißt die Unwirtlichkeit beim Wiederaufbau der zerstörten alten Städte in Deutschland? Welche politischen Konsequenzen müßte man daraus für die Zukunft ziehen - die Neuordnung der Besitzverhältnisse an Grund und Boden in unseren Städten? Auf diese Fragen gab Alexander Mitscherlichs Essay vor vierzig Jahren Antworten, die Städtebauer beschäftigt, Architekten angeleitet, Studenten auf die Straße getrieben haben. Es sind Fragen und Antworten, die heute die Vorgeschichte unserer Gegenwart verständlich machen. Die Stadtsoziologin Marianne Rodenstein und der Architekt Nikolaus Hirsch stellen in zwei Nachworten Entstehungsbedingung und Wirkung von Alexander Mitscherlichs bahnbrechender Schrift dar.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.09.2008
Dieter Bartetzko feiert die Neuausgabe von Alexander Mitscherlichs "Die Unwirtlichkeit der Städte": Der Klassiker der Stadtsoziologie ist nach wie vor aktuell, das bestätigte sich für den Rezensenten durch Statements aus jüngster Zeit zu den Aufgaben heutiger Architektur. Aktuell sind Mitscherlichs Forderungen an den Städtebau, der die Identität eines Ortes markieren soll, um den Bürger nicht zu entmündigen, also noch - nur leider zum architektonischen Gemeinplatz verkommen. Da kann Bartetzko dem kritischen Vorwort nur zustimmen. Die warnenden Vorhersagen Mitscherlichs, in den Stadtwüsten verkomme der mündige Bürger zum "augenblicksbezogenen Triebwesen" sieht der FAZ-Rezensent indes erfüllt.
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