"Humane Städte" ist ein praktischer Leitfaden, der anhand von Beispielen aus europäischen Großstädten zeigt, wie eine menschliche und sozial offene Stadtentwicklung aussehen kann. Es geht darum, humane Städte mit Respekt vor der überlagerten Geschichte und durch Architektur im menschengerechten Maßstab zu erneuern und weiterzuentwickeln. Das Buch knüpft damit an die von Jan Gehl begründete Tradition an, die den städtischen Raum als Rahmen betrachtet, der den Menschen Aufenthaltsorte und Begegnungsstätten bietet. Den Ausgangspunkt des Buches bildet die europäische Tradition der dichten klassischen Stadt. Der Schwerpunkt liegt auf den physischen und räumlichen Gegebenheiten, auf Bebauungsmustern und Bautypen, auf Zugangsprinzipien sowie auf der Verknüpfung mit öffentlichen Straßen und Wegen - Grundlagen für städtisches Leben sowie einer Sicherheit und Geborgenheit vermittelnden Stadt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.12.2017
Robert Kaltenbrunner vermisst in dem Buch des dänischen Stadtplaners Karsten Palsson die Auseinandersetzung mit Machtverhältnissen und Konfliktpotenzialen in der Stadtgestaltung. Das Thema Stadtraum und Öffentlichkeit vermag ihm der Autor indes anhand von Planungshinweisen, Leitlinien, Bebauungsmustern und Bautypen sowie Beispielen aus verschiedenen Ländern und Städten (Kopenhagen vor allem) zu erschließen. Der lebensweltliche Aspekt des Urbanen steht dabei laut Rezensent dankenswerterweise im Zentrum. Die Konzentration auf "Strickmuster" des dänischen Planers Jan Gehl im Band fällt dem Rezensenten allerdings eher unangenehm auf.
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