Caesars Entschluss, den Rubicon zu überschreiten und mit Soldaten in das Stadtgebiet einzumarschieren, weil der römische Senat ihm keine Zugeständnisse machen wollte, ist sprichwörtlich. Die Macht der großen Imperatoren war mit dem Gebot der Gleichheit in der römischen Führungsriege nicht mehr vereinbar. Die Entscheidung sorgte für das Ende der Republik. Caesars Gegenspieler Pompeius hätte sie vermutlich nicht getroffen. Caesar wich mehrfach von etablierten Verhaltenstraditionen ab und verweigerte sich dem Sachzwang. Es gab damals einen Veränderungstrend hin zur Monarchie, die Diagnose des Verfalls der Republik und das Gefühl der Ohnmacht. Auch wenn die Umstände sich verändert haben, ist uns dieses Gefühl heute wieder sehr vertraut. In diesen Zusammenhang ordnet Martin Jehne seine Betrachtungen ein.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.03.2009
Das von Martin Jehne in seinem Buch vorgeschlagene und angewandte Modell historischer Erklärung findet Uwe Walter überzeugend. So anspruchsvoll es Walter erscheint, situatives Handeln am "Radius erwartbaren Verhaltens" zu messen, so gedanklich klar und glänzend formuliert tritt das Modell ihm auf diesen Seiten entgegen. Den Trend zur Monarchie in Caesars Rom als unabweisbar vorausgesetzt, interessiert sich der Autor für Caesars unkonventionelle Entscheidungspraxis. Walter findet sie hier originell, leichthändig, gut überlegt und mit Sinn für aktuelle Bezüge beleuchtet.
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