Joseph S. Nye

Macht im 21. Jahrhundert

Politische Strategien für ein neues Zeitalter
Cover: Macht im 21. Jahrhundert
Siedler Verlag, München 2011
ISBN 9783886809837
Gebunden, 384 Seiten, 24,99 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Karl Heinz Silber. Was bedeutet es, im globalen Informationszeitalter des 21. Jahrhunderts Macht auszuüben? Aus welchen Ressourcen wird sich Macht künftig speisen? Die herkömmliche Auffassung besagt, dass sich derjenige Staat mit der größten Militärgewalt durchsetzt. Im Informationszeitalter könnte es jedoch durchaus sein, dass jene Staaten (oder auch nicht-staatlichen Organisationen) am meisten erreichen, die auf andere, "weichere" und dabei klügere Strategien setzen. Joseph Nye behandelt Themen, die im Zentrum aktueller weltpolitischer Debatten stehen und die um den von ihm geprägten Begriff der »Smart Power« kreisen. Seine anschauliche Darstellung hilft, eines der wichtigsten Grundprinzipien der Gegenwart näher zu verstehen, und bietet zugleich wertvolle Einsichten in die Kunst der politischen Strategie.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.10.2011

Dieses neueste Buch des hochbetagten Harvard-Politologen Joseph S. Nye ist für den Rezensenten Gregor Schöllgen ungefähr so aufregend wie eine Tasse kalter Kaffee. Es geht darin um die Frage, ob sich die USA im Niedergang befinden, informiert Schöllgen und rückt damit zunächst einmal den Titel zurecht. Das Buch sei von einem Amerikaner für Amerikaner verfasst worden und für deutsche Leser "von begrenztem Interesse", zumal der Autor weder historisch tiefschürfende noch vergleichende Analysen betreibe. Nyes Konzept der "smart power", das "weiche" und "harte" Außenpolitik schlau zu kombinieren trachte, ist laut Rezensent allerhöchsten begrifflich etwas Neues - hinter der "weichen Macht" verberge sich schließlich nicht mehr und nicht weniger als die "klassische Kunst der Diplomatie". Und die von Nye vorgeschlagenen Strategien zur Sicherung der Hegemonialstellung Amerikas sind laut Kritiker "kaum mehr als Hausmannskost".
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 11.08.2011

Offenbar mit Interesse und Gewinn hat der hier rezensieren Herfried Münkler das neue Buch des amerikanischen Politikberaters Joseph Nye gelesen, der darin seine Analysen der Macht weiter verfolgt. Wie Münkler darstellt, habe Nye mit seinem Gegenüberstellung von "Soft Power" und "Hard Power" nie die Entscheidung für eine der beiden forcieren wollen. Nye gehe es um den intelligenten Einsatz von beiden, was er dann "Smart Power" nenne. Den USA bescheinigt Nye, davon so viel zu haben, dass es für eine Vormachtstellung mindestens bis Mitte des 21. Jahrhunderts reicht. China dagegen könne es sich gar nicht leisten, auf harte, militärische Macht zu setzen, referiert Münkler Nyes Überlegungen, da es sofort seine asiatischen Nachbarn verprellen würden, also an Soft Power verlieren würde. Was Nye über Europas Strategiefähigkeit sagt, hat den Rezensenten allerdings erschüttert.
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