Aus dem Amerikanischen von Thorsten Schmidt. Die Welt steht laut Parag Khanna am Beginn eines neuen Mittelalters: einer langen, unruhigen Epoche mit ständig wechselnden Machtkonstellationen, wirtschaftlicher Unsicherheit und einer Vielzahl schwelender Konflikte. Nicht nur die großen globalen Fragen wie Klimawandel, Terrorismus und atomare Bedrohung übersteigen in ihrer Komplexität die Leistungsfähigkeit der herkömmlichen Staatendiplomatie. Auch weiter zunehmende ethnisch-religiöse und kriegerische Auseinandersetzungen vor allem in Afrika und Asien oder die Bewältigung humanitärer Katastrophen erfordern veränderte, zeitgemäßere diplomatische Methoden und Instrumentarien. Parag Khanna eröffnet eine grundlegend neue Sicht auf die politische Landkarte der Gegenwart. Und er zeigt, warum es für das Krisenmanagement der Zukunft maßgeblich auf die neuen Mitspieler im Feld der Geopolitik ankommen wird: NGOs mit ihrem problemspezifischen Know-how, Großunternehmen mit der Wirtschaftskraft ganzer Staaten, einflussreichen Weltbürgern wie Bill Gates und George Soros - und potenziell jeden einzelnen Teilnehmer der medialen Öffentlichkeit.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 04.07.2011
Recht durchwachsen findet Rezensent Thomas Steg dieses Buch des Geopolitikers Parag Khanna. Die Idee einer neuen "Mega-Diplomatie", einer Allianz aus Regierungen, Unternehmen und Nichtregierungsorganisationen, die globale Probleme effektiv regulieren soll, hat ihn nicht wirklich überzeugt. Wenig erwärmen kann er sich für Khannas Lobrede auf das Weltwirtschaftsforum und Wortneuschöpfungen wie "Mega-Diplomatie", "digitale Diplomatie", "Celebrity-Diplomatie", "Blitzlicht-Diplomatie", "Facebook-Diplomatie" usw. Lesenswerter findet Steg dann den profunden zweiten Teil des Buchs über Kriege und Bürgerkriege, Terrorismus und Piraterie, Failed states und Menschenrechte. Generell bemängelt er, dass der Autor Machtfragen und ökonomische Interessen keiner systematischen Untersuchung unterzieht.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 19.04.2011
Louise Brown ist beeindruckt. Der Autor ist jung, erfolgreich und auf dem besten Weg, seine Agenda einer Mega-Diplomatie (einer Art Thinktank gegen die Altherren-Diplomatie) auf den globalen Weg zu bringen. Dass Parag Khanna sich beim Schreiben griffiger Überschriften und Ausrufezeichen bedient, kann Brown verkraften. Zugegeben, meint sie, Politik wird so tatsächlich etwas fesselnder. Nur wenn Khanna Madonna als neues Rolemodel für Diplomaten vorschlägt, kommen der Rezensentin Zweifel. Fehlt dem Konzept vielleicht doch die ein oder andere alte diplomatische Tugend, Ruhe und Substanz?
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