Aus dem amerikanischen Englisch übersetzt von Sigrid Schmid und Renate Weitbrecht. Konnte die Evolution gar nicht anders, musste sie als Krone der Schöpfung den Menschen hervorbringen? Oder würden heute Dinosaurier über die Welt herrschen, wenn vor 66 Millionen Jahren kein Asteroid auf der Erde eingeschlagen wäre? Dem Evolutionsbiologen Jonathan Losos gelang bei seiner Forschung an Eidechsen etwas, wovon Darwin nicht einmal zu träumen wagte: der Evolution bei ihrem Werk zuzusehen und zu beweisen, dass Evolution sich wiederholt. Auf einer faszinierenden Reise um den Globus lehrt uns Losos, dass die Evolution nicht würfelt - und die Menschheit ihre Existenz dennoch dem Glück zu verdanken hat.
1989 legte Stephen Jay Gould den Band "Zufall Mensch" vor - nun legt sein ehemaliger Schüler, der Biologe Jonathan B. Losos mit "Glücksfall Mensch" nach, freut sich Rezensent Michael Pilz. Dass der Homo sapiens nur das Ergebnis einer glücklichen Fügung ist, kann ihm der Autor ebenso anschaulich vermitteln wie die Tatsache, dass der Mensch im Anthropozän wieder verantwortlich für sein Handeln gemacht werden kann. Denn Losos verschwendet keine Worte über den Kreationismus - geht allerdings umso mehr auf den Determinismus, etwa des Paläontologen Simon Conway Morris, ein und mit jenem auch "höflich ins Gericht". Von den Feldforschungen des Biologen, etwa mit Fruchtfliegen, Hirschmäusen, Mikrovölkern oder den Bakterien im innermenschlichen Milieu des Lungenschleims liest der Kritiker ebenfalls mit Gewinn.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.04.2018
Thomas Weber findet das Buch des amerikanischen Evolutionsbiologen Jonathan B. Losos lesenswert. Die Lockerheit des Stils, die ausgewogene Sachlichkeit und die breite Kenntnis neuester evolutionsbiologischer Forschung zeichnen den Band laut Weber aus. Wie sich der Autor mit Fallbeispielen der Konvergenz aus der Tier- und Pflanzenwelt in der Debatte um Zufall und Notwendigkeit in der Evolution positioniert, scheint dem Rezensenten überzeugend, wenngleich Losos' These, Evolution sei auf kurze Sicht vorhersehbar, auch spekulativ bleiben muss, wie Weber einräumt.
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