Stefan Weidner

Jenseits des Westens

Für ein neues kosmopolitisches Denken
Cover: Jenseits des Westens
Carl Hanser Verlag, München 2018
ISBN 9783446258495
Gebunden, 368 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Wir waren es gewohnt, dass Europa und Nordamerika die Welt dominieren. In Zeiten der Globalisierung melden nun andere Großmächte politische und wirtschaftliche Ansprüche an und stellen die "westliche" Weltdeutung in Frage. Fortschritt, Säkularisierung, Liberalismus: Warum sollten diese Prinzipien unserer Ideengeschichte für den ganzen Globus gelten? Stefan Weidner ist ein Anhänger der Aufklärung. Gerade deshalb plädiert er dafür, Weltentwürfe aus Arabien, Afrika oder China ernst zu nehmen. Der "Westen" darf nicht glauben, die ganze Welt werde früher oder später seine Vorstellungen übernehmen. Wir brauchen ein kosmopolitisches Denken, das die Vorstellung kultureller Überlegenheit überwindet.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 18.05.2018

Alex Rühle lässt sich nicht nur zu weiterer Lektüre anstiften von Stefan Weidner. Weidners Versuch, den universalistischen, kosmopolitischen, dabei ab- bzw. ausgrenzenden Anspruch des Westens zu dekonstruieren, indem er die Geschichte der Moderne als Entfremdungserfahrung erzählt, scheint Rühle insgesamt anzuregen. Dass der Autor kein Philosoph, sondern Kulturvermittler ist, hindert ihn laut Rühle allerdings daran, erklären zu können, wie der Mensch in ein spirituell-religiöses Grundempfinden als explizite Alternative zu einem überholten kosmopolitischen Denken zurückfinden soll. Die Anschlüsse, die der Autor unterwegs findet, zu Hannah Arendt etwa, findet Rühle jedenfalls spannend. Und als synkretische Zusammenschau alternativer Vorschläge findet er das Buch allemal sehr unterhaltsam.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 11.03.2018

Rezensent Mark Siemons bescheinigt dem Islamwissenschaftler, Autor und Übersetzer Stefan Weidner nach der Lektüre seines Plädoyers "Für ein neues kosmopolitisches Denken" einen scharfen analytischen Blick: Weidner arbeite heraus, dass das Narrativ des Westens gerade dann zur Ideologie gerate, wo es seinen Anspruch, zwischen Menschen und Kulturen keine Unterschiede zu machen, als Alleinstellungsmerkmal ausgibt. Darum spricht Weidner sich nach Siemons dafür aus, kulturelle Narrative zwar nicht zu revidieren, aber sie zu überschreiten, ihren Hegemonialanspruch zu überwinden. Wie der so entstehende neue Kosmopolitismus dann allerdings konkret politisch umgesetzt werden solle, scheint Siemons Weidners "assoziativ-mäandernder" Argumentation nicht entnehmen zu können. Das unsystematische Vorgehen des Autors komme dennoch eindeutig seiner Reflexionstiefe zugute, versichert Siemons.