Der Dreißigjährige Krieg (1618-1648) war einer der katastrophalsten Kriege in der Geschichte Deutschlands. Eindringlich schildert Johannes Burkhardt das Kriegsgeschehen und gewichtet die politischen sowie konfessionellen Verwerfungen neu. Erstmals rückt er die Friedensdiplomatie in das Zentrum dieser aktuellen Deutung eines epochalen Konfliktes.
Der nicht enden wollende "Krieg der Kriege", das furchtbare Ausmaß der Gewalt und der Verwüstungen hinterließen tiefe Spuren im kollektiven Bewusstsein der Deutschen - bis heute.
Johannes Burkhardt erzählt die Geschichte des Dreißigjährigen Krieges neu. Souverän schildert er die Hintergründe eines vermeidbaren Konflikts und bringt Übersicht in die Motive und sich überschneidenden Interessen der politischen Akteure. Eindringlich führt er die Kriegserfahrungen auch der einfachen Menschen vor Augen und geht der Frage nach, wie eine Zivilisation trotz aller Verwüstungen überleben konnte.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.05.2018
Andreas Kilb liest Johannes Burkhardts Darstellung als eine Art Zeitungsbericht über die historischen Vorgänge. Der reduzierte Duktus führt allerdings dazu, dass Feinheiten unter Generalisierungen begraben werden, meint der Rezensent. Der Autor, laut Kilb Experte für den Dreißigjährigen Krieg, verzichtet in diesem "schlanken" Band auf Schlachtbeschreibungen, wie der Rezensent mitteilt. Stattdessen serviert der Autor laut Kilb die These vom Krieg als immer wieder aufgeschobener Frieden. Auch ohne in die Details gehen zu müssen, kann der Kritiker die "befeiende Wirkung" dieser Vorgehensweise wertschätzen, dem Fach kann ein Meinungsstreit in dieser Sache nur guttun, findet er. Den sachlichen, jargonfreien Ton der Arbeit schätzt Kilb.
Der Historiker Bernd Roeck schätzt seinen Augsburger Kollegen Johannes Burkhardt für seine früheren Arbeiten zum Dreißigjährigen Krieg. Den vorliegenden Band findet er allerdings recht schludrig zusammengestellt: Schwedenkönig Gustav Adolf muss wie auch Wallenstein gleich zweimal sterben, im Anhang fehlen wichtige Verweise. Was er dem Buch jedoch hoch anrechnet, ist sein Fokus auf Alternativen: Sehr genau beleuchte Burkhardt, wann und unter welchen Bedingungen ein Friedensschluss möglich geworden ist. Da der Westfälische Friede schließlich ein "diplomatisches Meisterstück" war, sieht Roeck von Burkhardt auch eine "Werkstatt des Friedens" vor Augen geführt.
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