Ob Bauer oder Prinz, niemand blieb unberührt von den gesellschaftlichen Umwälzungen des 16. Jahrhunderts. Martin Luthers Kampfansage an die katholische Obrigkeit wirbelte die Grundfesten der christlichen Religion durcheinander. Die Glaubenskriege und das Ringen um die Vorherrschaft in Europa, aber auch die europäische Expansion und die naturwissenschaftliche Revolution verwandelten den ganzen Kontinent. Die Idee einer geeinten westlich-christlichen Glaubensgemeinschaft musste weichen. Es entstand Europa, wie wir es heute kennen.
Mark Greengrass die großen gesellschaftlichen, politischen und kulturellen Entwicklungen vor und während des Dreißigjährigen Kriegs. Er rückt dabei immer wieder die historischen Zeitgenossen in den Mittelpunkt seiner Erzählung, so entsteht ein lebendiges Bild dieser Umbruchzeit.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 20.10.2018
Der hier rezensierende Historiker Volker Reinhardt warnt vor Fehlern im Buch von Mark Greengrass. Als historisches Lesebuch ist die Deutung europäischer Geschichte vom Anfang des 16. bis Mitte des 17. Jahrhunderts mit Vorsicht zu genießen, meint er. Bei aller epischen Breite und Fülle stechen Reinhardt einige Kritikpunkte ins Auge. So die vom Autor postulierte Einheit der Christenheit vor 1517 und anderes Faktenmaterial, dem es laut Reinhardt zunehmend an Solidität mangelt, je weiter sich der Autor in seiner Untersuchung von England entfernt. Auch der Gebrauch der Begriffe "Christentum" und "Christenheit" im Buch erscheint Reinhardt problematisch. Stark findet er hingegen die plastische Darstellung sozialer Lebensbedingungen der Zeit, der Kriege, Friedenszeiten und Staatsaktionen.
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