Immer neue Zahlenparaden belegen, was uns im Alltag 'natürlich' vertraut zu sein scheint: Deutsche Kinder haben ein Gewichts- und Fitnessproblem. Die Studie vollzieht den Switch von kommunizierter Aufgeregtheit und Betroffenheit auf die theoriegeleitete Analyse ihrer Erfolgsbedingungen. Im Anschluss an die Systemtheorie Luhmanns werden die vielfältigen gesellschaftlichen Diskurse über Bewegungsarmut und Übergewicht bei Kindern einer kommunikationstheoretischen Analyse unterzogen. Was man zu sehen bekommt, wenn nicht dicke und unfitte Kinder selbst, sondern die Kommunikation über sie in den Blick gerät, wird am Beispiel sozialer Beobachter wie Massenmedien, Politik, Sport, Erziehung und Wissenschaft vorgeführt. Neben den Mechanismen und Risiken dieser Variante moderner Krisenkommunikation steht dabei nicht zuletzt die Fragwürdigkeit ihrer moralischen Effekte zur Diskussion.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.09.2008
Petra Gehring schätzt Swen Körners Buch "Dicke Kinder - revisited" als erhellende Studie über die Art und Weise, wie das viel beschworene Gewichts- und Fitnessproblem Deutscher Kinder von Wissenschaftlern, Gesundheitspolitikern und den Massenmedien kommuniziert wird. Sie begrüßt die kritische Auseinandersetzung mit den Methoden, mit denen die empirische Forschung Phänomene wie "Übergewicht", "motorisches Defizit" oder "Leistungsfähigkeit" konstruiert. Überzeugend findet sie, wie der Autor die Krisenrhetorik in Hinblick auf dicke Kinder als interessengesteuert sichtbar macht. Sie hebt hervor, dass Körner nicht leugnet, dass Übergewicht ein Gesundheitsrisiko ist. Von der "großen Kinderkörper-Krise" bleibe bei ihm allerdings kaum etwas übrig. Körners Darstellung scheint Gehring meist "schmissig", manchmal aber auch etwas zu theorielastig. Ihr Fazit: "Ein für Eltern und Freunde von Kindern aller Gewichtsklassen lesenswertes Buch."
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