Claudia Franziska Bruner

KörperSpuren

Zur Dekonstruktion von Körper und Behinderung in biografischen Erzählungen von Frauen
Cover: KörperSpuren
Transcript Verlag, Bielefeld 2005
ISBN 9783899422986
Kartoniert, 311 Seiten, 27,80 EUR

Klappentext

Als "behindert" geltende Körper werden sozial und kulturell hervorgebracht. Welche Texte schreiben aber den behinderten Körper - einen Körper, der stets vergeschlechtlicht, sozial klassifiziert und kulturell entworfen ist? Diskursanalytische Interpretationen narrativ-biografischer Interviews mit Frauen verweisen auf strategische Lesarten des behinderten Körpers. Dabei werden Ambivalenzen in der Identitätsarbeit sichtbar und Verschiebungen der Schnittfelder von race, class, gender und body offen gelegt. Dem Diskursfeld Behinderung in Deutschland wird so eine kulturwissenschaftliche Perspektive mit behinderungspolitischer Brisanz nahe gelegt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 21.09.2005

Menschen mit Behinderungen sind nicht nur Menschen mit Behinderungen, referiert Rezensent Christian Mürner eine zentrale Aussage der Autorin, sie sind in erster Linie Menschen und mit vielen "Identitätspartikeln" ausgestattet. Die Sozialwissenschaftlerin Bruner stelle in ihrem Buch Interviews mit acht körperbehinderten Frauen vor, begleitet von einem "beeindruckend differenzierten und selbstkritischen" theoretischen Teil. Die Fragestellung richte sich auf die Bedeutung von Körper und Behinderung in den Biografien von Frauen. Und hier, so der Rezensent, hebe die Autorin hervor, dass Behinderung nicht zwangsläufig zu einer "bestimmten Lebenssituation" führe. Behinderungen seien "Differenzkategorien" und keine kennzeichnenden Merkmale, und sie würden beständig neu "ausgehandelt". Die Autorin weise darauf hin, dass der Behinderungsgrad selbstverständlich auch für die Frauen in ihren Interviews ein Kriterium zur Abgrenzung und Positionierung darstelle. Die Studie von Claudia Franziska Bruner und insbesondere die Interviews vermitteln dem Rezensenten den Eindruck einer hier und da "zerrinnenden Unterscheidung" zwischen Menschen mit und ohne Behinderungen. "Sie geraten in ein kommunikatives Verhältnis."

Beliebte Bücher

Juli Zeh. Pony Show - Roman. Luchterhand Literaturverlag, München, 2026.Juli Zeh: Pony Show
Eine prominente Verlegerin unter Mordverdacht. Ein spektakulärer Schwurgerichtsprozess. Und die Frage: Wie verhandelbar ist die Wahrheit? Sie ist über fünfzig, verheiratet…
Shida Bazyar. Die Lücken - Roman. Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln, 2026.Shida Bazyar: Die Lücken
Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre…
Botho Strauß. Bleiben und Blicken. Carl Hanser Verlag, München, 2026.Botho Strauß: Bleiben und Blicken
In Botho Strauß' neuem Buch geht es um die Zeit und ihr Vergehen, um den Zauber der Kunst, um das Originale und das Eigentliche. Vor allem sind es Begegnungen und Nichtbegegnungen,…
Dana Vowinckel. Anton und Alma - Roman. Suhrkamp Verlag, Berlin, 2026.Dana Vowinckel: Anton und Alma
Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren…