Matthias Beier bietet ein überraschendes Porträt des Menschen Eugen Drewermann und führt zugleich ins Zentrum seines Denkens und Wirkens. Das Ergebnis ist ein Lebensbild, das Antworten auf drängende Fragen nach einer befreienden Religiosität und einer gelebten Menschlichkeit bereithält.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 11.10.2017
Eugen Drewermanns Aufstieg begann, als die Kirche von ihm Abstand nahm, erkennt Rezensent Bernhard Lang. Der Theologe und Psychotherapeut zieht seitdem mit noch größerer Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit gegen den Klerus zu Felde, was ihn bei den Amtsträgern leidlich unbeliebt gemacht hat, so der Rezensent. In der neuen und ersten Drewermann-Biografie von Matthias Beier kann man viel über die Motive und Orchestrierung des Widerstands gegen Drewermann erfahren - samt Klarnamen, auch wenn diese in unübersichtlicher Fülle und ohne Register auftauchen, wohl um den juristischen Hebel zu verkürzen, vermutet Lang. Spannend findet der Rezensent das Buch auch, weil in den abgedruckten Interviews mit Drewermann eine geistesgeschichtliche Wende ablesbar wird, wie er meint: eine Entwicklung fort von der katholischen Opferleidenschaft.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.08.2017
Toll! Rezensentin Raphaela Schmid vermag Eugen Drewermanns Vita in nuce wiederzugeben, von der Priesterausbildung in Paderborn bis zur Privatdozentur für katholische Dogmatik. Matthias Beier macht das in seiner Biografie ausführlicher. Dass sich der Autor, vom Entzug der Lehrbefugnis Drewermanns "angestachelt", ganz auf die Seite des Geschassten stellt, scheint der Rezensentin nicht zu behagen. Enthüllungen entdeckt sie auch nur wenige im Buch, dafür muss sie den jungakademischen Jargon des Kirchenkritikers ertragen, dessen Gestus des Aufdeckers ihr eh missfällt. Hartes Brot für die Rezensentin.
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