Jörg Becker, Mira Beham

Operation Balkan

Werbung für Krieg und Tod
Cover: Operation Balkan
Nomos Verlag, Baden-Baden 2006
ISBN 9783832919009
Kartoniert, 130 Seiten, 17,90 EUR

Klappentext

Public Relations und Öffentlichkeitsarbeit ist schon längst zum Bestandteil des politischen Lebens geworden und wird von Politikern und Parteien zur Imagepflege genutzt. Neu ist auch nicht, dass Regierungen PR-Unternehmen damit beauftragen, ihr Image in anderen Ländern aufzubessern. Wenig bekannt ist allerdings, dass es seit langem von sehr unterschiedlichen Regierungen in Auftrag gegebene und bezahlte PR-Kampagnen gibt, um Feindbilder aufzubauen, Kriege vorzubereiten oder Diktaturen zu beschönigen. Der vorliegende Band zeigt anhand der Balkankriege und auf der Grundlage der Analyse von 157 Verträgen zwischen ex-jugoslawischen Kunden und amerikanischen PR-Agenturen exemplarisch, wie mit Hilfe von Public Relations Krisen- und Kriegskommunikation betrieben wird. Dabei untersuchen die Autoren, wie es mittels PR-Strategien als quasi privatisierter Propaganda gelingt, geschlossene Kommunikationskreisläufe zwischen Politik, Militär, Medien, NGOs und think tanks herzustellen, in denen die immer gleichen Kernbotschaften zirkulieren. Diskutiert werden auch die Konsequenzen dieser Privatisierung von (Kriegs-) Kommunikation.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.03.2007

Höchst instruktiv findet Andreas Platthaus die Studie "Operation Balkan: Werbung für Krieg und Tod", die Jörg Becker und Mira Beham vorgelegt haben. Sie legen für ihn überzeugend dar, mit welch manipulativen Mitteln amerikanische Werbeagenturen die Medien und die öffentliche Meinung zur Unterstützung des Kriegs im ehemaligen Jugoslawien gebracht haben. Insgesamt habe Kroatien bis 2001 mehr als fünf Millionen Dollar in den Vereinigten Staaten ausgegeben, um die öffentliche Meinung in seinem Sinne zu beeinflussen. Die Autoren verdeutlichen für Platthaus auch, dass die Medien ihrer Aufgabe, unvoreingenommen über die Balkankriege zu berichten, kaum gerecht wurden: So übernahmen die Medien oft die von den Werbeagenturen "Ruder Finn" und "Waterman Associates" vorgenommene Gleichsetzung von Serben mit den Nazis, was zu einer enormen emotionalen Aufladung der Berichterstattung führte.