Die Anthologie "Zentrale Randlage" versammelt Texte von 24 deutschsprachigen Autoren, unter anderen Max Frisch, Uwe Johnson, Peter Handke, Alexander Kluge, Anne Duden, Bodo Kirchhoff, Michael Rutschky, Wilhelm Genazino, Stephan Wackwitz, Peter Stamm, Jan Koneffke und David Wagner. Ob Berlin, Hamburg oder Frankfurt, Paris, London oder New York: Vom ungebrochenen Reisebild sind die Erzähler weit entfernt. Sie richten ihr Augenmerk auf das, was Stadt heute ist. Der Jubel ist verstummt, das Staunen richtet sich auf Neues. Das Erzählen von der Stadt hat sich verändert. Stadt ist inzwischen fast überall. Nicht mehr nur in der Mitte.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 22.06.2002
Übers Vorwort des Schriftstellers Jochen Schimmang hat sich der Rezensent Jörg Plath offenkundig sehr aufgeregt, mehr als ein Drittel seiner (ohnehin recht knapp bemessenen) Rezension verbringt er damit, dessen Begriffsblasen zum Platzen zu bringen. Für die im Band versammelten Texte selbst (auf die das Vorwort ohnehin, schimpft Plath noch einmal, kaum Bezug nimmt), ist dann nicht mehr so viel Platz. Immerhin erfahren wir, dass im nach Meinung des Rezensenten wohl lesenswertesten Text Stephan Wackwitz um Frankfurter Bordelltüren herumgeschlichen ist, während Iris Hanika im Kreuzberger Hinterhof recht ungerührt über eine Leiche stolpert. Insgesamt aber gilt, dass das Versprechen des Titels nicht eingelöst wird: Vororte kommen ebenso vor wie zentrale Lagen, von der zentralen Randlage aber, bedauert Plath, keine Spur.
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